Ärzte Zeitung, 14.04.2014

Perikarditis

Colchicin senkt Rezidivrate

WASHINGTON. Der bei Gicht bewährte Mitose-Hemmstoff Colchicin kann bei rezidivierender Perikarditis das Rückfallrisiko halbieren, wenn er zusätzlich zur Standardtherapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) eingenommen wird.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Massimo Imazio aus Turin hat 240 Patienten entweder mit NSAR (ASS, Indometacin oder Ibuprofen) allein oder einer Kombination aus NSAR plus Colchicin (1- bis 2-mal 0,5 mg/d je nach Gewicht) sechs Monate lang behandelt. Bei allen Patienten waren zuvor schon zwei oder mehr Rezidive aufgetreten.

Nach 18 Monaten zeigte sich: 26 Patienten der Colchicin-Gruppe (21,6 Prozent) sowie 51 Patienten der Kontrollgruppe (42,5 Prozent) hatten erneute Rezidive. 1,7 versus 10 Prozent der Patienten wurden wegen Perikarditis erneut hospitalisiert, berichtete Imazio beim ACC-Kongress.

Colchicin wirkte auch akut: Nach 72-stündiger Behandlung persistierte die Symptomatik bei 19 Prozent (Colchicin) versus 44 Prozent (Kontrollen) der Patienten, nach einer Woche waren 83 versus 59 Prozent in Remission. (DE)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »

Wie Ärzte Hausbesuche richtig delegieren

Das EBM-Kapitel 38 macht den NäPA-Hausbesuch auch für Fachärzte interessant. Was abgerechnet werden darf, hängt nämlich entscheidend von der Qualifikation der Praxismitarbeiterin ab. mehr »