Ärzte Zeitung, 03.12.2014

Hereditäres Angioödem

Menstruation als Auslöser

Eine aktuelle Studie hat als wichtigen mit dem Kehlkopfödem assoziierten Triggerfaktor die Menstruation identifiziert.

FRANKFURT AM MAIN. In einer großen Studie zum Hereditären Angioödem (HAE) ereigneten sich 67 Prozent der Attacken an Tagen, an denen ein von den Patienten identifizierter potenzieller Triggerfaktor aufgetreten war (Orphanet Journal of Rare Diseases 2014, 9: 44). Die Menstruation war dabei mit 63 Prozent der häufigste Auslöser, gefolgt von Infektion (38 Prozent), mentalem Stress (26 Prozent), körperlicher Anstrengung (26 Prozent), Wetterwechsel (21 Prozent) und Übermüdung (17 Prozent).

Insgesamt wurden in der Studie 882 potenzielle Triggerfaktoren identifiziert, etwa mechanische Traumata, Eingriffe an den Zähnen, Operationen, Insektenstiche, eine Behandlung mit ACE-Hemmern oder die Einnahme weiblicher Geschlechtshormone (Östrogene) zur Verhütung.

Erhoben wurden die Daten prospektiv anhand von Angaben, die 27 HAE-Patienten sieben Monate täglich in einem Tagebuch notiert hatten, und zwar unabhängig davon, ob sie an dem Tag eine Attacke erlitten hatten oder nicht teilt das Unternehmen CSL Behring mit.

Vorangegangen war eine über sieben Jahre laufende Initialstudie, in der 140 HAE-Patienten über die Ödeme Tagebuch führten, etwa zur Körperregion, möglichen Triggerfaktoren, Schweregrad oder Behandlung. Auswertbare Daten wurden in 92 Fällen generiert.

Bei 953 der erfassten 3176 Attacken wurde ein Trigger angegeben, hier standen mentaler Stress (21 Prozent), körperliche Anstrengung (17 Prozent), Wetterumschwung (15 Prozent) und die Menstruation (18 Prozent der weiblichen Studienteilnehmer) an erster Stelle.

Die Auswertung ergab ferner eine signifikante Differenz bei der Verteilung der Attacken entsprechend der Triggerfaktoren: Ein subkutanes Ödem war am häufigsten mit körperlicher Anstrengung assoziiert, abdominelle Attacken insbesondere mit mentalem Stress und Attacken der oberen Atemwege mit Infektionen und der Menstruation.

2187 der Schwellungen manifestierten sich subkutan, 1151 submukosal und 162 multilokal.

Nach Angaben der Autoren handelt es sich um die erste Analyse, die die potenzielle Rolle von Triggerfaktoren bei HAE-Attacken erforscht. (eb)

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