Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 14.12.2015

Herz

Folgen von Myokardnarben unklar

Eine bevölkerungsbasierte US-Studie findet unter herzgesunden Senioren bei nahezu jedem zehnten Myokardnarben. Die Bedeutung des Befundes ist noch unklar.

BETHESDA. Wo Myokardnarben sind, ist kontraktiles durch nicht-kontraktiles Gewebe ersetzt worden, das Areal trägt nicht mehr zur Pumparbeit des Herzens bei. Entsprechend können Myokardnarben zu kardialer Dysfunktion führen, sie gelten als Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod.

Ziel der MESA-Studie (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis) war es, die Häufigkeit von und die Risikofaktoren für Myokardnarben in einer älteren US-Bevölkerung zu bestimmen (JAMA 2015; 314: 1945-1954).

An der Studie nahmen 1840 Personen teil, denen vor zehn Jahren ein gesundes Herz attestiert worden war und die nun mittels kardialer Magnetresonanz- Tomografie untersucht wurden.

Acht Prozent mit Myokardnarben

7,9 Prozent der Teilnehmer zeigten ein late enhancement-Signal, ein sensitiver Test zum Nachweis von Myokardnarben. Bei 78 Prozent dieser Patienten deuteten weder EKG noch Klinik auf diesen Befund hin.

Höheres Alter, männliches Geschlecht, erhöhter BMI, Bluthochdruck, Rauchen und ein erhöhter Kalkscore im Herz-CT bei Studieneinschluss zehn Jahre zuvor erwiesen sich als Risikofaktoren.

Von den klinisch stummen Myokardnarben wiesen 38 Prozent die typische subendokardiale oder transmurale Lokalisation auf, 62 Prozent waren atypisch, das heißt keinem bestimmten Durchblutungsareal zuzuordnen. Bei klinisch erkannten Myokardnarben wiesen hingegen 84 Prozent eine typische Lokalisation auf.

In Island und Schweden waren ähnliche Studien durchgeführt worden. Dort waren Myokardnarben bei klinisch unauffälligen Patienten mit 9,7 beziehungsweise 19,8 Prozent sogar noch etwas häufiger. Was diese Narben für die Prognose bedeuten, müssten, so die Autoren, weitere Studien klären. (DE)

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