Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 28.02.2017

Ergänzung in der Diagnostik

Tele-EKG hilft, Vorhofflimmern früh zu erkennen

ROM. Der Einsatz eines mobilen EKG-Rekorders (Tele-EKG) bei unklaren Herzbeschwerden ist ein erfolgreicher Ansatz, um behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern früher zu diagnostizieren. Das hat eine deutsche Studie ergeben, die beim ESC-Kongress in Rom präsentiert wurde. Während eines Anfalls können Patienten solche Geräte einfach auf den Brustkorb auflegen, diese zeichnen dann selbsttätig ein EKG auf.

Für die Hamburger Studie wurden zwischen 2009 und 2014 insgesamt 790 Patienten mit wiederkehrenden Rhythmusstörungen für zwei bis vier Wochen mit einem Tele-EKG ausgestattet, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zum ESC-Kongress mit. Insgesamt wurden 11.775 EKG-Aufzeichnungen übertragen und die Symptome der Patienten während der EKG-Aufzeichnung über eine 24 Stunden besetzte Hotline mit medizinisch geschultem Personal erfasst.

Bei 73 Prozent der Patienten konnte im Tele-EKG eine Herzrhythmusstörung nachgewiesen werden, bei 14 Prozent Vorhofflimmern. Bei Patienten mit dokumentiertem Vorhofflimmern handelte es sich bei 40 Prozent um eine Erstdiagnose, 56 Prozent hatten ein Rezidiv. 27 Prozent der Patienten mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern erhielten eine Ablationsbehandlung, 30 Prozent eine medikamentöse Therapie.

Schneller zur Diagnose

Bei Patienten mit bereits bekanntem Vorhofflimmern wurde bei 65 Prozent eine Ablation oder Re-Ablation durchgeführt oder empfohlen, bei 16 Prozent wurde die medikamentöse Therapie modifiziert.

"Unsere Daten zeigen, dass der gezielte Einsatz eines Event-Recorder-Monitorings eine sinnvolle und nützliche Ergänzung in der Diagnostik unklarer Herzbeschwerden darstellt, da sich die Zeit bis zur Diagnosestellung verkürzt und eine zügige Therapieentscheidung möglich wird", wird Studienautorin PD Dr. Monica Patten, Universitäres Herzzentrum Hamburg, in der Mitteilung zitiert. "Außerdem kann bei Patienten mit Beschwerden und Nachweis eines unauffälligen Tele-EKG so ohne großen Aufwand eine rhythmogene Ursache ausgeschlossen werden." (eb)

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