Ärzte Zeitung online, 13.12.2016

Bauchaortenaneurysma

Was bringt ein Ultraschallscreening?

Über die lebensrettende Behandlung eines Ultraschallscreenings zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen diskutieren heute Experten auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin.

Berlin. Die Einführung eines Screenings auf Bauchaortenaneurysmen ist für das kommende Jahr geplant. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat im Oktober beschlossen, dass gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren einen Anspruch auf eine einmalige Früherkennungsuntersuchung per Ultraschall haben. Das Bundesgesundheitsministerium bereitet derzeit einen Beschluss zur Versicherteninformation vor. Ärzte haben die Eingrenzung kritisiert. Auch Frauen sollten untersucht werden. Etwa jeder zehnte Mann und jede hundertste Frau seien gefährdet.

Der Zufall als Lebensretter

Zudem sollten auch Risikogruppen wie zum Beispiel Diabetiker und starke Raucher bereits ab 55 Jahren in das Sreeningprogramm aufgenommen werden, haben Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Ultraschallmedizin (DEGUM) am Dienstag in Berlin gefordert. Derzeit würden die gefährlichen Aussackungen der Bauchaorten lediglich als „Zufallstreffer“ entdeckt, sagte Professor Thomas Fischer von der Charité. Die Symptome seien schwer zu deuten. Außer diffusen Bauch- oder Rückenschmerzen zähle dazu auch ein unterschiedlicher Puls in den Leisten.

Diagnose binnen einer Minute

Das Wissen darüber sollte dringend angehenden Notfallmedizinern, Chirurgen, Radiologen und Internisten im Studium und in der Weiterbildung vermittelt werden. In der Charité würden bereits Berufsanfänger darauf trainiert, die Aussackungen zu erkennen. Die Untersuchungen sind aber nicht nur Spezialisten vorbehalten. Schon mit auch in Hausarztpraxen üblichen Basis-Ultraschallgeräten könnten die Aneurysmen und Einrisse in den Aorten entdeckt werden, sagte Fischer. Die Diagnose sei binnen einer Minute zu haben, „sicher und effektiv“. Hausärzte müssten dafür einen lediglich zweitägigen Kurs absolvieren, sagte Fischer. Würden die Aneurysmen früh erkannt, könnten sie durch minimalinvasive Eingriffe oder offene Eingriffe behandelt werden. (af)
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