Ärzte Zeitung online, 31.03.2017

Meta-Analyse bestätigt

Schlecht geschlafen? Dann leiden auch Herz und Hirn

Wer schlecht ein- und durchschläft und nicht erholt aufwacht, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Das hat nun eine große Meta-Analyse bestätigt.

Schlecht geschlafen? Dann leiden auch Herz und Hirn

Einschlafstörungen sind mit einem um 27 Prozent erhöhten Risiko für kardiozerebrale Ereignisse assoziiert, wie eine Studie ergab.

© JENS / Fotolia

SHENYANG. Um das viel diskutierte gesundheitliche Risiko durch Schlafstörungen besser zu erfassen, haben chinesische Wissenschaftler der Universität Shenyang 15 große prospektive Studien der letzten Jahre zu diesem Thema analysiert. Ingesamt rund 160.000 Patienten waren darin über im Mittel drei bis 30 Jahre beobachtet und 11072 gesundheitliche Folgen erfasst worden.

Die Ergebnisse, die nun in der Fachzeitschrift European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht worden sind, verdeutlichen, dass von Schlafstörungen offensichtlich tatsächlich ein merklich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ausgeht. Konkret ging der Analyse zufolge von Einschlafstörungen ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko für die kardiozerebralen Ereignisse einher im Vergleich zu Personen ohne Schlafprobleme. Patienten mit Durschlafstörungen haben demnach ein um 11 Prozent erhöhtes und Patienten mit nichterholsamem Nachtschlaf ein um 18 Prozent erhöhtes Risiko.

Ein frühzeitiges Erwachen hat offenbar hingegen keinen Einfluss auf die Gesundheit. Auch zwischen Männern und Frauen gab es nach einem Bericht auf Eurekalert zur Studie keine statistisch signifikanten Unterschiede. Allerdings wiesen vor allem Frauen mit nichterholsamem Schlaf ein im Vergleich zu Männern leicht größeres gesundheitliche Risiko auf.

Die konkreten Mechanismen, die die Folgen für Herz und Hirn durch Schlafstörungen erklären, sind bislang unklar. Diskutiert werden vor allem metabolische und hormonelle Veränderungen, eine erhöhte Sympathikusaktivität, Blutdruckerhöhungen sowie die Zunahme proinflammatorischer und inflammatorischer Zytokine. Grund genug für die Wissenschaftler, für ein verstärktes Augenmerk auf Schlafstörungen und ärztliche Hilfe für die betroffenen Patienten zu plädieren. (run)

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