Ärzte Zeitung online, 17.05.2019

Kommentar

Neue Karriere für einen Alt-68er?

Von Peter Leiner

peter.leiner

Schreiben Sie dem Autor peter.leiner@springer.com

Bereits in der UK Prospective Diabetes Study (UKPDS) über zwei Dekaden gab es Hinweise, dass das Antidiabetikum Metformin bei Diabetikern dazu beiträgt, die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität zu verringern – besser offenbar als andere zuckersenkende Präparate.

Erneut gibt es nun Hinweise auf einen kardioprotektiven Effekt der Arznei, nämlich bei Nichtdiabetikern mit linksventrikulärer Hypertrophie. Ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Forschung zum „Repurposing“ dieses Biguanids lohnt, auch wenn der Wirkmechanismus nicht zu 100 Prozent bekannt ist. Vielleicht macht Metformin, das schon seit mehr als 50 Jahren – genau seit 1968 – auf dem deutschen Markt ist, künftig auch noch bei anderen Erkrankungen Karriere.

Die Bemühungen der Wissenschaftler um neue Therapiefelder sind zumindest groß genug. Forscher prüfen das Antidiabetikum etwa in Kombination mit Cytarabin bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie. Erste Hinweise für einen Nutzen gibt es bei Gliompatienten.

Selbst bei Patienten mit M. Huntington soll der Wirkstoff nach erfolgreichen Tierversuchen erprobt werden. Bei kardiovaskulären Erkrankungen vermuten die Forscher, dass Metformin immunmodulierend eingreift. Das eröffnet weitere neue Therapiefelder, wenn nicht allein, dann eben mit einem guten Kombinationspartnern. Die UKPDS war nur der Anfang.

Lesen Sie dazu auch:
Studie bei Nichtdiabetikern: Metformin verringert linksventrikuläre Hypertrophie

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debatte über Zwang und Zustimmung

Widerspruch oder aktive Zustimmung? Zwei Stunden lang hat der Bundestag am Mittwoch um den richtigen Weg gerungen, mehr Menschen für die Organspende zu gewinnen. mehr »

Pflege geht auf die Psyche und den Rücken

Der aktuelle TK-Gesundheitsreport hat die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen untersucht. Das Ergebnis zeigt: Die Belastung in der Branche ist hoch. mehr »

Mehr Beratung für mehr Organspenden!

Der Bundestag berät heute zwei Initiativen zur Reform der Organspende in Deutschland. Jüngst kam von einem Experten Kritik an einem der Entwürfe: zu teuer. Das ist „unseriös“, kontert eine Parlamentarierin. mehr »