Ärzte Zeitung, 18.06.2004

Kardiale Todesrate bei Dialyse wurde nicht gesenkt

BERLIN (gvg). Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter Dialyse-Behandlung verhindert die Therapie mit einem ACE-Hemmer offenbar keine kardiovaskulären Ereignisse. Das hat eine Studie ergeben, die auf dem Europäischen Hypertoniekongreß in Paris vorgestellt worden ist.

Dialyse-Patienten haben im Vergleich zur Normalbevölkerung ein mehr als zehnfach erhöhtes Risiko, an kardiovaskulären Ereignissen zu sterben. In der FOSIDIAL-Studie (FOSInopril in DIALysis) wurde daher untersucht, ob sich bei ihnen wie bei anderen Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko die Ereignisrate durch einen ACE-Hemmer senken läßt.

397 Dialysepatienten in mehreren französischen Kliniken nahmen teil. Sie erhielten zwei Jahre lang entweder den ACE-Hemmer Fosinopril oder Placebo, und zwar zusätzlich zur bestehenden Medikation. Die Basistherapie konnte bei Bedarf auch andere Antihypertensiva beinhalten, die nicht auf das Renin-Angiotensin-System wirken.

Die Erwartung der Forscher erfüllte sich nicht. Es gab nach zwei Jahren keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Patientengruppen bei kardiovaskulären Todesfällen oder nicht-tödlichen, kardiovaskulären Ereignissen. "Die Resultate zeigen, daß sich Ergebnisse großer Medikamentenstudien, an denen Dialysepatienten meist nicht beteiligt sind, nicht einfach auf Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz übertragen lassen", so der Studienleiter Dr. Faiez Zannad vom Hôpital de Brabois in Nancy. Grund für den negativen Ausgang der Studie seien möglicherweise Besonderheiten des Salz- und Wasserhaushalts bei Dialysepatienten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »