Ärzte Zeitung, 23.06.2004

Häufig diastolische Hypertonie bei Schlafapnoe

PARIS (gvg). Bei Patienten mit einem Schlafapnoesyndrom (SAS) tritt gehäuft eine isolierte, diastolische Hypertonie auf. Ihr Blutdruck sollte deswegen besonders aufmerksam kontrolliert werden.

Das hat eine Untersuchung von Ärzten der Universität Grenoble in Frankreich mit 59 Patienten ergeben. Nach den Ergebnissen der Studie hat etwa jeder zehnte SAS-Patient, der in einem Schlaflabor untersucht wird und bei dem zuvor keine arterielle Hypertonie bekannt gewesen ist, einen diastolischen Blutdruckwert oberhalb von 90 mmHg.

Der Anteil der Hypertonie-Patienten ist dabei doppelt so hoch wie in der französischen Normalbevölkerung, wie die Ärzte auf einem Poster beim Kongreß der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie in Paris berichtet haben. Der systolische Blutdruck war dagegen bei SAS-Patienten nicht häufiger erhöht als im Bevölkerungsdurchschnitt. Insgesamt wurde bei vier von zehn von ihren Ärzten als normotensiv angesehenen SAS-Patienten ein nicht beschriebener Bluthochdruck diagnostiziert.

Die französischen Ärzte empfehlen deswegen, bei jedem Patienten mit SAS eine präzise Blutdruckdiagnostik einzuleiten. Umgekehrt solle bei Patienten mit bekannter, isoliert-diastolischer Hypertonie immer auch nach den Symptomen eines SAS gefahndet werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »