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Ärzte Zeitung, 05.04.2005

Plädoyer für Hochdosis-Therapie mit AT1-Antagonisten

Eine Proteinurie bei Hochdruck-Patienten läßt sich durch hohe Dosierungen häufiger verhindern / Keine erhöhte Rate unerwünschter Wirkungen

WIESBADEN (ner). Für die hochdosierte antihypertensive Therapie mit AT1-Antagonisten plädiert der Erlanger Internist Professor E. Schmieder. Hohe Dosen sorgten für einen signifikant verbesserten Organschutz, ohne die Rate unerwünschter Wirkungen zu erhöhen.

"Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, daß wir bereits mit geringen Antihypertensiva-Dosen eine Organprotektion haben", sagte Schmieder bei einem Satellitensymposium beim Internistenkongreß in Wiesbaden. Er zitierte klinische Untersuchungen, in denen Niedrig- und Hochdosis-Therapien von Angiotensin (AT1)-Rezeptorblockern hinsichtlich ihrer Organ-protektiven Eigenschaften analysiert worden waren.

Demnach werde eine Proteinurie oder das Fortschreiten einer bereits bestehenden diabetischen Nephropathie bei Hochdruck-Patienten durch hohe Dosen häufiger verhindert als durch niedrige Dosen, so Schmieder bei der vom Unternehmen Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung. Bei Typ-2-Diabetikern habe die Hochdosistherapie mit AT1-Rezeptorblockern eine persistierende anti-proteinurische Potenz, ein klinisches Zeichen für den Nierenschutz.

In Tierversuchen ist zudem die histologische Bedeutung der hochdosierten Behandlung belegt worden. Interstitielle Fibrosen im Nierengewebe sind nach Schmieders Angaben relativ gering ausgeprägt.

Für den AT1-Blocker Olmesartan (Votum®) haben Hochdruck-Forscher zudem nachgewiesen, daß mit steigender Dosis auch die Ansprechrate steigt, also die Zahl derjenigen Patienten, die den Zielblutdruck erreichen. Mit 40 mg Olmesartan waren das mehr als 80 Prozent.

Zugleich liege die Rate der Patienten mit Kopfschmerzen stets zwischen sechs und neun Prozent, egal ob 2,5 mg oder 80 mg Olmesartan verabreicht würden, sagte Schmieder. Die Rate an unerwünschten Wirkungen mit AT1-Blockern liege im Placebo-Bereich, wie die Therapie von inzwischen mehreren Millionen Hypertonikern gezeigt habe.

Schmieder forderte daher ein Umdenken der Therapeuten. Man dürfe bei der Dosierung nicht auf halbem Wege stehen bleiben.

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