Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 11.05.2005

Losartan verbessert Insulinsensitivität bei Hypertonikern

Mögliche Erklärung für Reduktion der Diabetes-Inzidenz durch Sartan in der LIFE-Studie / Günstige Wirkung auf Gefäßstruktur in der Mikrozirkulation

KOPENHAGEN (ob). In der LIFE-Studie schützte Losartan Hypertoniker nicht nur besser als der Betablocker Atenolol vor kardiovaskulären Ereignissen, sondern beugte auch der Entwicklung von neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes vor. Grundlage könnten nach neuen Daten protektive Effekte des Sartans auf die Struktur peripherer Gefäße sein.

    Inzidenz von Typ-2-Diabetes wurde um 25 Prozent gesenkt.
   

In der LIFE-Studie ist Losartan (Lorzaar®) bei Risikopatienten mit Hypertonie und linksventrikulärer Hypertrophie in seiner präventiven Wirkung mit Atenolol verglichen worden. Aufgrund der signifikant stärkeren Reduktion von Schlaganfällen war das Sartan bei gleicher Blutdrucksenkung in der Wirkung auf klinische Ereignisse dem Betablocker überlegen. Zudem senkte Losartan die Inzidenzrate für neu aufgetretenen Typ-2-Diabetes signifikant um 25 Prozent.

In einer neuen Substudie hat die LIFE-Studiengruppe untersucht, welche Mechanismen diesem Zusatznutzen zugrundeliegen könnten (J Hypertens 23, 2005, 891). Von einigen Experten wird postuliert, daß strukturelle Veränderungen in der Mikrozirkulation bei Hypertonikern zu verminderter Insulinsensitivität führen. Infolge der Gefäßhypertrophie, so die These, verringert sich der Blutfluß in der Skelettmuskulatur und damit die Insulin-Diffusion durch die Gefäßwand, was wiederum die Glukoseaufnahme vermindert.

Die LIFE-Forscher gingen bei ihrer aktuellen Analyse von der Annahme aus, daß Losartan im Vergleich zu Atenolol die Insulinsensitivität durch Reduktion der peripheren Gefäßhypertrophie verbessern würde. Um dies nachzuweisen, ist bei 70 Studienteilnehmern einmal jährlich der Gefäßwiderstand im Unterarm als indirektes Maß für die vaskuläre Hypertrophie gemessen worden. Auch die Insulinsensitivität wurde jeweils mit Hilfe des Clamp-Verfahrens bestimmt.

Bei den mit Atenolol Behandelten war nach drei Jahren der Anstieg des Gefäßwiderstands signifikant stärker als bei Losartan-Therapie. Die Insulinsensitivität nahm während dieser Zeit in der Atenolol-Gruppe deutlich ab, blieb in der Losartan-Gruppe dagegen nahezu unverändert. Die relative Veränderung der Insulinsensitivität stand in signifikanter inverser Beziehung zur Strukturveränderung der peripheren Gefäße.

Diese Ergebnisse sprechen dafür, daß Losartan durch protektive Effekt auf die Gefäßstruktur einer Verschlechterung der Insulinsensitivität und damit möglicherweise auch der Diabetes-Entwicklung entgegenwirkt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »