Ärzte Zeitung, 28.11.2005

Ca-Antagonist plus Statin senken KHK-Risiko besonders stark

ASCOT-Studie belegt Vorteil für Therapie mit Amlodipin plus Atorvastatin / Risiko für kardiovaskuläres Ereignis wird um 53 Prozent vermindert

BERLIN (grue). Eine blutdrucksenkende Therapie mit Amlodipin kombiniert mit einer lipidsenkenden Statin-Therapie mit Atorvastatin ist besonders effektiv, kardiovaskuläre Erkrankungen zu verhindern. Das läßt sich aus einer weiteren Auswertung der Doppel-Studie ASCOT ablesen.

In der ASCOT-Studie wurden zwei Therapien zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei Hypertonikern mit drei und mehr zusätzlichen Risikofaktoren verglichen. Im ASCOT-BPL-Arm erhielten die Patienten den Kalziumantagonisten Amlodipin (Norvasc®) und bei Bedarf den ACE-Hemmer Perindopril, oder sie wurden klassisch mit dem Betablocker Atenolol, und wenn nötig mit einem Diuretikum behandelt. Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten wurden im ASCOT-LL-Arm zusätzlich mit Atorvastatin (Sortis®) oder Placebo behandelt.

Wie Professor Gerd Klose aus Bremen berichtet hat, hat im ASCOT-BPL-Arm die amlodipinbasierte Therapie am besten abgeschnitten: Beim primären kombinierten Endpunkt (nichttödlicher Herzinfarkt und tödliche KHK) war die Ereignisrate im Vergleich zur Atenololbasierten Therapie zehn Prozent geringer.

    Vermutet wird, daß Amlodipin und Atorvastatin synergistisch wirken.
   

Der Unterschied war allerdings nicht signifikant, vermutlich weil die Studie vorzeitig abgebrochen wurde. In allen sekundären Endpunkten einschließlich der Sterberate war aber das moderne Regime mit dem Kalziumantagonisten dem klassischen Vorgehen signifikant überlegen.

"Ein Grund dafür könnte sein, daß die Dreifach-Kombination aus Amlodipin, Perindopril und Atorvastatin besonders effektiv ist", sagte Klose bei einer vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung zum Hochdruckliga-Kongreß in Berlin.

Erhalten blutdrucksenkend behandelte Patienten zusätzlich Atorvastatin, ist das Risiko beim primären Endpunkt relativ um 36 Prozent vermindert, hat die Auswertung des ASCOT-LL-Arms ergeben. "Es lohnt sich aber, die antihypertensive Therapie genauer unter die Lupe zu nehmen", so Klose.

Das haben die Autoren der ASCOT-Studie getan und die Ergebnisse kürzlich, wie berichtet, beim Kongreß der American Heart Association in Dallas in Texas präsentiert: Demnach haben Patienten mit einer Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen ein um 53 Prozent signifikant verringertes Risiko für nichttödlichen Herzinfarkt und tödliche KHK.

Dies gilt bei dreieinhalb Jahre Therapie mit Amlodipin, Perindopril plus Atorvastatin statt mit Placebo. Mit der Kombination aus Betablocker, Diuretikum und Statin war das Risiko relativ nicht-signifikant um 16 Prozent vermindert.

Klose vermutet, daß Amlodipin und Atorvastatin synergistisch wirken. "Es gibt Hinweise, daß Atorvastatin die Wirkung des Kalziumantagonisten auf glatte Gefäßmuskelzellen verstärkt".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »