Ärzte Zeitung, 05.07.2006

Guter Gefäßschutz durch Lercanidipin

Weniger periphere Ödeme bei Therapie mit langwirksamem Dihydropyridin / Wirkung ist gefäßselektiv

WIESBADEN (nsi). Moderne Kalziumantagonisten senken bei Hypertonikern nicht nur den Blutdruck. Sie reduzieren auch die kardiovaskuläre Morbidität und die Gefahr, daß Patienten an kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Ereignissen sterben. Das belegen Daten aus klinischen Untersuchungen etwa der ASCOT-Studie (Anglo-Scandinavian Cardiac Outcome Trial).

Für eine moderne Bluthochdrucktherapie eignet sich etwa Lercanidipin, ein Kalziumantagonist der dritten Generation vom Dihydropyridin-Typ. "Lercanidipin wirkt lange und dabei gefäßselektiv und ist außerdem gut verträglich" sagte Professor Dr. Heyo Kroemer von der Universität Greifswald bei einer von Merckle Recordati unterstützen Veranstaltung zum Internistenkongreß in Wiesbaden.

Die Patienten bekämen außerdem weniger periphere Ödeme als bei der Behandlung mit anderen Kalziumantagonisten, so Kroemer bei der Veranstaltung des Unternehmens, das Lercanidipin als Corifeo® anbietet.

    Die Herzfrequenz steigt bei der Lercanidipin-Therapie kaum an.
   

An der ASCOT-Studie hatten 19 200 Hypertoniker mit zusätzlichen Risikofaktoren wie etwa Alter über 55 Jahre oder Rauchen teilgenommen. KHK-Patienten wurden nicht in die Untersuchung aufgenommen. Die Hochdruckpatienten wurden mit Amlodipin und - bei Bedarf - Perindopril behandelt. Patienten der Vergleichsgruppe bekamen Atenolol und gegebenenfalls ein Diuretikum.

Primäre Endpunkte der Studie waren tödliche und nicht-tödliche koronare Ereignisse. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die nicht-kardiovaskuläre Gesamtmortalität, nicht-tödlicher Schlaganfall und nicht-koronare kardiovaskuläre Ereignisse. Die Daten wurden über einen Zeitraum von durchschnittlich fünfeinhalb Jahren erhoben.

Wegen klarer gesundheitlicher Vorteile für die Patienten, die Amlodipin bekamen (mit oder ohne Perindopril), wurde die Studie vorzeitig abgebrochen. Das hatte zur Folge, daß für die primären Endpunkte als Einflußfaktoren auf das Behandlungsergebnis keine statistische Signifikanz nachgewiesen wurde. Dennoch habe es eine deutliche Tendenz zugunsten der Behandlung mit Amlodipin gegeben, so Kroemer.

Bei den sekundären Endpunkten habe sich ein signifikanter Vorteil für die Behandlung mit Amlodipin ergeben. Eine mögliche Erklärung dafür habe die CAFE-Studie (Conduit Artery Function Evaluation), eine Substudie der ASCOT-Untersuchung gebracht: Demnach senkt die Therapie mit Amlodipin den zentralen Aortendruck von Hypertonikern effektiver als die Behandlung mit Betablockern. Durch die Bestimmung des zentralen Aortendrucks könne die Belastung des Herzens besser eingeschätzt werden, als durch periphere Blutdruckmessung, so Kroemer.

Bei der Behandlung mit langwirksamen Dihydropyridinen steige außerdem weder die Herzfrequenz, noch der Noradrenalinspiegel so stark an wie bei Therapie mit kurzwirksamen Dihydropyridinen, berichtete Kroemer.

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