Ärzte Zeitung, 28.11.2007

Große Erwartung an Megastudie zum Gefäßschutz

Zweifach-Therapie im Test

BOCHUM (Rö). Immer mehr Daten belegen, dass Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems die Organe von Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko schützen.

Dass die Kombination aus einem ACE-Hemmer und einem Sartan zu noch besserer Organprotektion führt als eine Behandlung mit einer Substanz allein, dafür spricht pharmakologisch und pathophysiologisch Einiges. Ob das auch klinisch so ist, werden wir im Frühjahr wissen, wenn die Ergebnisse der Mega-Studie Ontarget beim US-Herzkongress des American College of Cardiology vorgestellt werden.

Es ist die grösste Studie zur kardiovaskulären Sekundärprävention, die jemals gemacht worden ist. Das hat der Studienleiter in Deutschland, der Kardiologe Professor Michael Böhm von der Universität Homburg/Saar, bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim beim Hochdruckliga-Kongress in Bochum erläutert. In der Studie werden Telmisartan (Micardis®) und Ramipril zur Sekundärprävention von Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko geprüft. Ramipril als Vergleich wurde gewählt, weil es nach der HOPE-Studie als Goldstandard zur Verminderung von kardiovaskulären Ereignissen gilt.

Mit der Vorstellung, dass durch die ACE-Hemmung der AT1-Rezeptor hochreguliert wird, könnte die Kombination mit dem Sartan zu besserer Protektion führen. Telmisartan wurde deshalb gewählt, weil es von den Sartanen eine besonders lange Halbwertszeit hat.

Das bedeutet Ontarget: ONgoing Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial

ONTARGET IN KÜRZE

Frage: Reduziert Ramipril plus Telmisartan bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko die Rate kardiovaskulärer Ereignisse stärker als Ramipril? Sind 80 mg Telmisartan so effektiv wie 10 mg Ramipril?

Methode: Es nehmen mehr als 31 000 Patienten mit hohem kardio vaskulären Risiko für Sekundärkomplikationen, aber normalem oder gesenktem Blutdruck teil. Zudem wird die Wirksamkeit von Telmisartan im Vergleich zu Placebo untersucht. Primärer Endpunkt ist die kardiovaskuläre Sterberate sowie die Rate von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz. Zu den sekundären Endpunkten gehören viele Parameter vom Auftreten einer Herzinsuffizienz, bis zu kognitiver Leistungsfähigkeit.

Ergebnisse:

Die Studienergebnisse werden im Frühjahr beim Herzkongress ACC in den USA vorgestellt.

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