Ärzte Zeitung online, 15.05.2009

Zwei Drittel weniger Salz - 6 mmHg weniger Druck

Salzreduktion ist das Thema des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai

BERLIN (gvg). Wer seinen Salzkonsum senkt, tut Blutdruck, Hirn und Herz einen Gefallen. "Versalzen Sie nicht Ihre Gesundheit!" ist daher das Motto des Welt-Hypertonie-Tages.

Zwei Drittel weniger Salz - 6 mmHg weniger Druck

Salz treibt den Blutdruck hoch.

Foto: DocEver©www.fotolia.de

Dass Salzrestriktion erst dann Effekte auf den Blutdruck hat, wenn das Essen komplett salzfrei ist, ist ein Vorurteil, wie Experten in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Nephrology" betonen. In einer kürzlich veröffentlichten, Placebokontrollierten Doppelblindstudie bei 46 schwedischen Hypertonie-Patienten sank der Blutdruck nur durch Verringerung der Salzaufnahme von 9 g auf 3 g täglich um 6 mmHg.

Ähnliche Werte wurden auch in der Studie DASH erreicht, in der der Einfluss von Ernährungsumstellung auf den Blutdruck untersucht wurde: Hier sank der Blutdruck bei Reduktion des Salzkonsums auf 3 g pro Tag um 6,7 mmHg. Wer nur auf 6 g pro Tag kommt, gewinnt immerhin noch 2,1 mmHg. In den 2007 publizierten TOPH-Studien führte eine um ein Drittel geringere Salzaufnahme über 18 bis 48 Monate zu einer 30-prozentigen Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse und einer im Trend geringeren Sterberate.

So weit, so erfreulich. Nur: Wie verringert man seine Salzzufuhr effektiv, ohne dass das Essen fade schmeckt? "Wichtig ist vor allem, viel selbst zu kochen", sagt Privatdozent Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Denn wer selbst kocht, isst weniger Fertiggerichte. Und die enthalten das meiste Salz, das wir mit der Nahrung aufnehmen: Nur 10 bis 15 Prozent der täglichen Salzaufnahme kommen aus dem Salzfass.

Lesen Sie dazu auch:
Welt-Hypertonie-Tag: "Versalzen Sie nicht Ihre Gesundheit"

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