Ärzte Zeitung online, 18.08.2009

Veränderte Gefäße und erhöhter Blutdruck bei HIV-Infizierten

HIV-Infizierte, die eine hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) - eine Kombi-Therapie - erhalten, haben im Vergleich zu Patienten ohne HAART erhöhte Lipidwerte, einen erhöhten diastolischen Blutdruck sowie einen erhöhten Wert für die Pulswellengeschwindigkeit (PWV, puls wave velocity).

Dieser Parameter ist ein Maß für die Rigidität der Gefäße und hat einen prognostischen Wert bei kardiovaskulären Erkrankungen. Auch HIV-Infizierte ohne HAART haben im Vergleich zu Gesunden erhöhte PWV-Werte.

Die Veränderungen während der antiretroviralen Therapie werden durch die Ergebnisse einer griechischen Studie mit mehr als 100 Teilnehmern bestätigt (Am J Hypertension online). Aus den Ergebnissen geht darüber hinaus hervor, dass bei HIV-Infizierten Cholesterin-Spiegel und Blutdruck unabhängig voneinander mit der PWV assoziiert sind. Die Kardiologen vermuten, dass eine Endotheldysfunktion, die durch erhöhte Cholesterin- und / oder Blutdruckwerte induziert ist, die in der Studie beobachtete enge Verbindung zwischen Cholesterin-Spiegel, Blutdruck und PWV erklären könnte.

Der Parameter PWV könnte dazu beitragen, jene HIV-Infizierten zu entdecken, die ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen haben. Einen kausalen Zusammenhang zwischen erhöhtem PWV-Wert und etwa einer HAART lässt sich mit der Studie nicht belegen oder ausschließen. (ple)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »