Ärzte Zeitung, 16.09.2009

IQWiG hält Nutzen der Diuretika für am besten belegt

KÖLN (eb). Für die Behandlung wegen erhöhten Blutdrucks könnten Diuretika für viele Patienten als Mittel der ersten Wahl gelten, so der Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Das Institut hatte untersucht, inwieweit der Nutzen der Therapie davon abhängt, mit welchem Einzelmedikament eine blutdrucksenkende Behandlung begonnen wird. Der Abschlussbericht vergleicht den Nutzen von fünf zur Behandlung bei Bluthochdruck zugelassenen Wirkstoffgruppen: Diuretika (besonders Thiazid-Diuretika), Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Kalziumantagonisten und Angiotensin-II-Antagonisten. Maßstab für den Nutzen waren die Folgekomplikationen des Bluthochdrucks.

Insgesamt hat das Institut 16 Studien einbezogen. Als am besten untersucht könnten Thiazid-Diuretika und Kalziumantagonisten gelten. Die wenigsten Daten lägen für Angiotensin-II-Antagonisten vor. Zur Vermeidung von Folgekomplikationen, seien Diuretika so gut wie alle anderen Wirkstoffgruppen, in einzelnen Aspekten wie der Vorbeugung von Herzinsuffizienz, Herzinfarkten und Schlaganfällen zum Teil besser, sagt das Institut. Kritik am Bericht kommt von AstraZeneca. Das Unternehmen bemängelt, dass relevante Studien und internationale Therapieleitlinien nicht berücksichtigt worden seien. Zumindest sei anerkannt worden, dass die Empfehlung für Diuretika nicht für alle Patienten uneingeschränkt gelten könne.

http://www.iqwig.de/index.388.html

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »