Ärzte Zeitung online, 30.09.2009

Mangel an speziellen Blutfetten: Neue Ursache für Bluthochdruck identifiziert

DRESDEN (dpa). Viele Bluthochdruck-Patienten haben einen Mangel an speziellen Blutfetten und können diesen mit spezieller Ernährung ausgleichen. Das haben Forscher des Universitätsklinikums und des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden herausgefunden.

Eine Ernährung mit Produkten aus Sojabohnen, Eiern oder Fischrogen könne den Fetthaushalt ausgleichen und Bluthochdruck entgegenwirken, teilten die Wissenschaftler am Mittwoch in Dresden mit. Eier seien jedoch nur für die Patienten empfehlenswert, deren Hochdruck nicht durch Atherosklerose ausgelöst wurde.

Die Forscher hatten mithilfe der Massenspektrometrie die Blutfette von Patienten analysiert, die an starkem Übergewicht, erhöhtem Blutzucker, gestörtem Stoffwechsel oder Bluthochdruck litten.

Mit dem Verfahren lassen sich Struktur und Zusammensetzung von Substanzen erkennen. "Alle Bluthochdruck-Patienten zeigten einen Mangel an einer speziellen Gruppe von Fetten, den sogenannten Etherphospholipiden." Gezielte Ernährung könnte deren Mangel ausgleichen oder deren Synthese anregen.

Nach Angaben der Ärzte haben 10 bis 50 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern eine arterielle Hypertonie, also einen dauerhaften Blutdruck von über 140 zu 90 mmHg. Auslöser sind verschiedene Ursachen wie Störungen des Hormon- oder des Herz-Kreislaufsystems sowie vorangegangene Nierenschäden. Vielfältige Langzeitschäden reichen von der koronaren Herzkrankheit über Herzinfarkte und Nierenversagen bis zum Schlaganfall.

www.mk3.uniklinikum-dresden.de

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