Ärzte Zeitung, 13.10.2010
 

Gute RR-Werte bei Dosis-Anpassung in Eigenregie

Erfolg für Hypertoniker in kontrollierter Studie

BIRMINGHAM (Rö). Hypertoniker, die ihren Blutdruck messen und aufgrund der Messwerte nach vorher festgelegten Regeln selbst ihre Medikation anpassen, erreichen bessere Werte als konventionell Überwachte.

Gute RR-Werte bei Dosis-Anpassung in Eigenregie

Selbstmanagement bei Bluthochdruck - also selbst messen und selbst die Medikation anpassen - das ist eine erfolgreiche Strategie.

© photos.com

Ein Erfolg der Selbstdosierung der Therapie, der schon aus anderen Indikationsbereichen bekannt ist, ist jetzt mit der Studie TASMINH2*, wie bereits kurz berichtet, für Hypertoniker belegt.

Der mittlere systolische Blutdruck der etwa 260 Studienteilnehmer, die sich selbst um ihre Therapie kümmerten, war nach sechs Monaten um 13 mmHg gesunken. Bei den herkömmlich kontrollierten Patienten waren es 9 mmHg. Der Unterschied von 4 mmHg war statistisch signifikant.

 Nach zwölf Monaten waren der Effekt der Blutdrucksenkung und die Unterschiede zwischen den Gruppen noch deutlicher. Zu diesem Zeitpunkt war mit Selbstmanagement der systolische Blutdruck um 18 mmHg gesunken, bei herkömmlicher Betreuung um 12 mmHg.

Auch dieser deutliche Unterschied war statistisch signifikant. Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen unterschied sich zwischen beiden Gruppen nicht, lediglich Knöchelödeme waren bei den Selbstbehandlern mit 32 Prozent etwas häufiger als bei den Patienten der Kontrollgruppe mit 22 Prozent.

In seine randomisierte, kontrollierte Studie hatte Professor Richard J. McManus von der Universität in Birmingham 527 Patienten aufgenommen, die in zwei Gruppen Selbstmanagement machten oder herkömmlich betreut wurden (The Lancet 2010: 376: 163). Zum Selbstmanagement gehörte auch Telemonitoring.

*Telemonitoring and Self-Management IN the control of Hypertension2

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »