Ärzte Zeitung online, 02.02.2011

Hirnstimulation befreit auch von Bluthochdruck

Eine tiefe Hirnstimulation hat einen Briten von seiner therapierefraktären Hypertonie befreit.

Hirnstimulation befreit auch von Bluthochdruck

Hoher Blutdruck: Auch hier könnte die tiefe Hirnstimulation eine Option sein.

© INSADCO / imago

BRISTOL (ple). Der 55-jährige Patient hatte nach einem Schlaganfall ein zentrales Schmerzsyndrom mit linksseitigen Schmerzen entwickelt, das trotz Medikation auch nach drei Jahren nicht hatte gelindert werden können.

Wie britische Neurochirurgen um Dr. Nikunj K. Patel aus Bristol berichten, hatte der Mann zum Zeitpunkt des Schlaganfalls einen Blutdruck zwischen 153 / 89 und 265/96 mmHg, der sich trotz antihypertensiven Behandlung mit Atenolol, Diltiazem, Perindopril plus Indapamid nur auf 145 /69 mmHg senken ließ (Neurology 2011; 76: 405).

Vier Monate nach Beginn der antihypertensiven Behandlung lag der Blutdruck bei Werten zwischen 134 / 72 mmHg und 153 / 87 mmHg.

Wegen des therapierefraktären zentralen Schmerzsyndroms erhielt der Patient eine tiefe Hirnstimulation, und zwar im periaquäduktalen/periventrikulären Grau, also jener Region im limbischen System, die für die Schmerzkontrolle zuständig ist.

Die Stimulation linderte die Schmerzen aber nur vorübergehend, nach vier Monaten waren sie wieder genauso stark wie vor der tiefen Hirnstimulation.

Überraschenderweise wurde aber der erhöhte Blutdruck durch die Hirnstimulation so gut gesenkt, dass die antihypertensive Behandlung schließlich beendet werden konnte.

Acht Wochen nach der Hirnstimulation lag der Blutdruck im Durchschnitt bei einem Wert von 110 / 65 mmHg. Wurde die Stimulation unterbrochen, stieg der Blutdruck wieder um 18 / 5 mmHg. Wiederaufnahme der Stimulation führte erneut zur Reduktion der Blutdruckwerte um 32 / 12 mmHg.

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