Ärzte Zeitung, 17.05.2011

Kommentar

Steiniger Weg zur Blutdruckkontrolle

Von Wolfgang Geissel

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie gegen Bluthochdruck sind eigentlich günstig: Noch nie war das Angebot hochwirksamer Antihypertensiva besser als zurzeit. Meist bleibt die Krankheit aber lange unerkannt, da Hypertonie keine Symptome macht, gehen viele Betroffene nicht zum Arzt.

Eine gute Chance zur Früherkennung bietet hier der Gesundheits-Check der GKV, der allen Versicherten ab 35 Jahre alle zwei Jahre angeboten wird. Die extrabudgetäre Leistung stößt aber sowohl bei Patienten als auch bei vielen Ärzten immer noch auf geringes Interesse.

Einmal erkannt, ist vielen Betroffenen die Schwere der Krankheit nicht bewusst. Dass Hypertonie den meisten Gefäßkrankheiten vorausgeht und damit ein Teil der Ursachen jedes zweiten Todesfalls in Deutschland ist, muss Patienten und auch der Öffentlichkeit deutlich vermittelt werden.

Sehr schwer ist es zudem, Patienten zu mehr Verantwortung für ihre Krankheit zu motivieren. Regelmäßige Selbstkontrolle des Blutdrucks ist die Ausnahme. Damit werden Chancen verpasst, unzureichende Therapien anzupassen. Schulungen, die einige Ärzte als IGeL anbieten, könnten hier die Einstellung der Patienten und die Compliance verbessern helfen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Bluthochdruck ist ein Killer: Jeder sollte seine Werte kennen

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