Ärzte Zeitung online, 22.12.2011

Große Studie mit Aliskiren gestoppt

Eine große Studie zum Nutzen des Reninhemmerns Aliskiren bei Typ-2-Diabetikern mit hohem kardiovaskulärem Risiko ist jetzt vorzeitigt beendet worden. Grund ist die bei einer Zwischenanalyse festgestellte Zunahme von unerwünschten Ereignissen im Aliskiren-Studienarm.

Große Studie mit Reninhemmer Aliskiren gestoppt

Hypertonie bei Diabetikern: Eine große Studie zur Therapie mit Aliskiren wurde jetzt gestoppt.

© Jochen Lübke / dpa

BASEL (ob). In der multinationalen Studie mit dem Akronym ALTITUDE sollte geprüft werden, ob eine Behandlung mit Aliskiren zusätztlich zur Standardtherapie geeignet ist, bei Hochrisikopatienten mit Typ-2-Diabetes die Inzidenz von kardiovaskulären und renalen Ereignissen weiter zu reduzieren.

Für die Studie sind in 36 Ländern 8606 Patienten mit Typ-2-Diabetes und eingeschränkter Nierenfunktion rekrutiert worden.

Geklärt werden sollte, ob eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) mit einem ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker (Sartan) als Teil der Standardtherapie plus einer Zusatztherapie mit Aliskiren (Rasilez®) zu einer weiteren Reduktion von kardiovaskulären und renalen Ereignissen führt. Geplant war eine Follow-up-Dauer von vier Jahren.

Nach einer Zwischenanalyse wurde jetzt auf Empfehlung des unabhängigen Data Monitoring Committee (DMC) das vorzeitige Ende der Studie beschlossen, teilt der Hersteller und Studiensponsor Novartis in einer Presseinformation mit.

Zu diesem Zeitpunkt - die Beobachtungsdauer betrug mittlerweile 18 bis 24 Monate - war eine Zunahme von unerwünschten Ereignissen (Hypotensionen, Hyperkaliämien, renale Komplikationen, nicht tödliche Schlaganfälle) festgestellte worden. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Lesen Sie dazu auch das Interview:
Doppelte RAS-Blockade - für das Gros der Patienten keine Option

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »