Ärzte Zeitung App, 18.12.2014

Studie

Schrittmacher bremst Nierenerkrankungen

GÖTTINGEN. Eine Barorezeptorstimulation könnte das Voranschreiten von Nierenerkrankungen verlangsamen. In einer sechsmonatigen Studie sank damit der Blutdruck, auch der Eiweißverlust über die Nieren verringerte sich um zwanzig bis dreißig Prozent (Am J Nephrol 2014; 40: 371-380).

Das Gerät sendet elektrische Signale an die Barorezeptoren der Halsschlagader, teilt die Universitätsmedizin Göttingen mit. Die Energieversorgung erfolgt über eine Batterie, die unter der Haut ähnlich wie ein Herzschrittmacher implantiert wird.

Über ein bis zwei dünne Kabel (Elektroden) wird der Barorezeptor an der Aufgabelung der Halsarterie elektrisch stimuliert. In Göttingen wurden bisher 62 Patienten mit der Methode behandelt.

Rund zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer chronischen Nierenerkrankung. Häufig verlieren die Patienten vermehrt körpereigene Eiweiße über den Urin.

Wenn die Entgiftungsleistung unter zehn Prozent liegt, ist eine Dialyse notwendig. Die meisten dieser Patienten haben zusätzlich einen schweren Bluthochdruck, der wiederum das Voranschreiten der Nierenerkrankung begünstigt.

In einigen Fällen ist der Blutdruck selbst durch blutdrucksenkende Medikamente nicht einstell)bar. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »