Ärzte Zeitung, 22.09.2015

Kommentar

Der Nachtblutdruck zählt

Von Christine Starostzik

Wenn der Mensch schläft, gibt er seine wahren Geheimnisse preis. Schon früher hat sich gezeigt, dass nur der mittels 24-Stunden-Messung aufgezeichnete Nachtblutdruck Hinweise auf das kardiovaskuläre Risiko gibt.

In einer spanischen Studie hat sich jetzt auch ein Zusammenhang zwischen dem nächtlichen Hochdruck und einem erhöhten Diabetesrisiko ergeben. Gleichzeitig haben die Studienautoren aber ein mindestens ebenso interessantes Ergebnis veröffentlicht: Unter der abendlichen Einnahme von Antihypertensiva, die auf das Angiotensin-II-System wirken, entwickelten innerhalb von sechs Jahren nicht einmal halb so viele Hochdruckpatienten einen Diabetes wie aus der Gruppe derer, die ihre Medikamente tagsüber einnahmen.

Der Nutzen einer abendlichen Medikation für Hypertoniker ist bereits im Hinblick auf kardiovaskuläre Ereignisse belegt worden. Auch hypertonen Schlafapnoikern raten Experten mittlerweile zu einer chronobiologischen Dosierung ihrer Antihypertensiva, um den Blutdruck in den Griff zu bekommen (Cardiovasc 2015; 1:54). Was spricht angesichts der zahlreichen Vorteile eigentlich gegen eine generelle Empfehlung an Hochdruckpatienten, ihre Medikamente vor dem Schlafengehen einzunehmen?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »