Ärzte Zeitung online, 13.05.2019

Hypertonie-Therapie bei Älteren

Druckschwankungen

Kommentar von Robert Bublak

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Früher war nicht alles besser, aber manches einfacher. Ein Beispiel aus der Literatur: „Wie war zu Köln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem.“

Ein zweites, reales Beispiel erhält man, wenn man „zu Köln“ durch „in der Hochdrucktherapie“ und „Heinzelmännchen“ durch „Zielvorgaben“ ersetzt. Über Jahre zieht sich schon die Diskussion, wo denn der Zielbereich des Blutdrucks zu verorten sei. Es herrscht nicht einmal mehr Einigkeit, wie der Druck zu messen ist: beim Arzt? Daheim? Beim Arzt allein im Kämmerlein?

Notorisch abseits stehen dabei die älteren Patienten. Der ehemalige Erfordernishochdruck mag mit den Heinzelmännchen in den Märchenwald übersiedelt sein. Dennoch gibt es Zweifel, ob allen betagten Patienten mit strikter Einstellung des Blutdrucks geholfen ist. Sicher, mit der Höhe des Drucks steigt nicht zuletzt das Insultrisiko.

Laut Resultaten einer aktuellen Studie könnte die Höhe des systolischen Blutdrucks von Senioren jedoch auch mit kognitivem Abbau korreliert sein, und zwar indirekt. Erinnert das jemand an die alte Faustformel für normalen systolischen Druck: Lebensalter plus 100?

Letzte Aufklärung über den richtigen Druck für Senioren bringt die Studie natürlich nicht, die Forscher verlangen nach weiteren. Heinzelmännchen, an die Arbeit!

Lesen Sie dazu auch:
Senioren: Mit dem Blutdruck sinkt das kognitive Potenzial

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