Ärzte Zeitung online, 13.10.2008

Vier von fünf Herz-Patienten haben zu Blutfette und zu hohen Blutdruck

HAMBURG (eb). Mehr als die Hälfte aller Patienten in Deutschland, die bereits eine Herzkrankheit haben und deshalb zur Vorbeugung mindestens drei Monate einen Cholesterinsenker vom Typ der Statine genommen haben, erreichen nicht die geltenden LDL-Cholesterin-Zielwerte. Und nur bei 23 Prozent aller untersuchten Patienten sind alle drei Blutfettwerte - LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride -optimal eingestellt.

Das sind die Ergebnisse der Studie DYSIS-G (Dislipidemia International Survey - Germany) mit 1255 Patienten aus Deutschland, die im Rahmen einer gesamteuropäischen Studie gemacht wurde. Die DYSIS-G-Daten wurden beim Kardiologen-Kongress in Hamburg vorgestellt.

Die Auswertung der Daten von Patienten in Sekundärprävention im Vergleich zu den geltenden Behandlungsrichtlinien im Detail: 53 Prozent erreichen den LDL-Zielwert von weniger als 100 mg / dl nicht, 33 Prozent erreichen den Triglyzerid-Richtwert von weniger als 150 mg / dl nicht, und 31 Prozent erreichen nicht den Zielwert des gefäßschützenden HDL (mindestens 40 mg / dl bei Männern und 50 mg / dl bei Frauen). Außerdem erreichen 37 Prozent nicht die Blutdruck-Zielwerte von weniger als 140/90 mmHg.

Alle drei Blutfettwerte zusammengenommen, sind in Deutschland 77 Prozent der Patienten in Sekundärprävention gemäß Behandlungsrichtlinien nicht optimal eingestellt. Berücksichtigt man auch den Blutdruck, werden 84 Prozent nicht optimal behandelt, berichten das Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen.

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