Ärzte Zeitung online, 21.01.2011

Nicht mehr rauchen - das verbessert auch die Blutfette!

Raucher, die dem Tabakkonsum entsagen, haben mit gesundheitlichen Vorteilen zu rechnen. Dazu zählt auch eine Verbesserung ihrer Blutfettwerte. Sie könnte eine partielle Erklärung für die Abnahme des kardiovaskulären Risikos bei Nikotinabstinenz sein.

Nicht mehr rauchen - das verbessert auch die Blutfette!

Zigarette adé: Die Blutfette werden es dem Raucher danken.

© Andrey Kiselev / fotolia.com

MADISON (ob). Welche Mechanismen der durch Rauchen bedingten Zunahme von kardiovaskulären Erkrankungen zugrunde liegen, ist noch nicht völlig geklärt.

Einiges spricht dafür, dass der Tabakkonsum unter anderem ein atherogenes Lipidprofil inklusive Abnahme des HDL-Cholesterins verstärkt.

Dazu, wie sich eine erreichte Nikotinabstinenz bei Ex-Rauchern auf deren Blutfette auswirkt, liegen bisher keine Daten aus großen prospektiven Studien vor.

Diese Lücke hat ein US-Forscherteam um Dr. James H. Stein aus Madison im Bundesstaat Wisconsin jetzt mit einer prospektiven randomisierten Doppelblindstudie bei 1504 abstinenzwilligen Rauchern geschlossen (Am Heart J 2011; 161: 145).

Primär ging es dabei um den Vergleich von fünf Optionen für eine pharmakotherapeutisch unterstützte Raucherentwöhnung. Ein Jahr nach Beginn der Behandlung wurde ermittelt, wer abstinent geblieben und wer rückfällig geworden war.

Rund 40 Prozent der Teilnehmer erschienen erst gar nicht mehr zur Abschlussuntersuchung, was in Studien dieser Art fast schon der Normalfall ist. Von den 923 Teilnehmern, die abschließend untersucht werden konnten, hatten - überprüft per CO-Atemtest - 36,2 Prozent erfolgreich mit dem Rauchen Schluss gemacht.

In der Gruppe mit Nikotinabstinenz war im Vergleich zur Gruppe der rückfälligen und weiterhin rauchenden Teilnehmer ein signifikanter Anstieg der HDL-Cholesterinspiegel zu verzeichnen (2,4 versus 0,1 mg/dl).

Auch die Messungen der Gesamt-HDL-Partikel sowie der großen HDL-Partikel ergaben jeweils eine signifikante Erhöhung im Falle erfolgreichen Rauchverzichts.

Diese günstigen Lipidveränderungen stellten sich trotz einer stärkeren Gewichtszunahme in der Gruppe mit erreichter Abstinenz ein (4,6 versus 0,7 kg).

Nikotinabstinenz war mit einer -allerdings nur geringen - Reduktion der Triglyzeridspiegel assoziiert. Auf das LDL-Cholesterin oder auf LDL-Partikel hatte die Aufgabe des Rauchens keinen Einfluss.

Nach Daten aus Bevölkerungsstudien ist ein Anstieg des HDL-Cholesterinspiegels um 1 mg/dl mit einer Abnahme von kardiovaskulären Erkrankungen um 2 bis 3 Prozent assoziiert.

Der in der aktuellen Studie beobachtete HDL-Anstieg könnte demnach - dauerhafte Abstinenz vorausgesetzt - innerhalb eines Jahrzehnts zu einer Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen um 4 bis 6 Prozent führen, so die Autoren.

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