Ärzte Zeitung, 08.01.2004

PETN hilft bei KHK und chronischer Herzinsuffizienz

BERLIN (grue). Das Mehrkomponentennitrat PETN verbessert bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz die Lebensqualität und schützt Herzkranke vor Angina pectoris-Anfällen. Wirkverluste an den Blutgefäßen durch eine Toleranz treten nicht auf.

PETN steht für Pentaerythrityltetranitrat (Pentalong®), einen Stickstoffmonoxid (NO)-Donator mit vier Nitratgruppen. Die Substanz verbessert das NO-Angebot am Gefäßendothel und wirkt vasodilatierend. Die Toleranzschwelle beträgt bei diesem Nitrat 400 mg täglich und liegt damit weit oberhalb des therapeutischen Bereiches.

Deshalb könne das Nitrat ohne Therapiepausen angewendet werden, sagte Professor Heinz Theo Schneider aus Bonn auf einer vom Unternehmen Alpharma-Isis ausgerichteten Veranstaltung in Berlin.

In Kombination mit einem ACE-Hemmer eigne sich PETN etwa für die Langzeitbehandlung von chronisch herzinsuffizienten Patienten, so Schneider. Denn der NO-Donator verringere die enddiastolischen und endsystolischen Volumina und steigere die Auswurffraktion. Vermutlich wirkten Nitrate sogar lebensverlängernd, weil sie den oxidativen Streß am Gefäßendothel minderten und den pulmoarteriellen Druck senkten.

So sank in einer Studie bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Lungenhochdruck mit zweimal täglich 50 mg PETN der Druck in den Lungengefäßen von 54 auf 41 mmHg. Die Therapie wird jetzt bei schwer herzinsuffizienten Patienten mit Lungenhochdruck in einer prospektiven placebokontrollierten Studie geprüft.

Bei KHK-Patienten wiederum wirken Nitrate bekanntlich antianginös. PETN zeichne sich dabei durch eine rasche und langanhaltende Wirkung aus, so Schneider. Untersuchungen bei Tieren lieferten zudem Hinweis auf einen gefäßprotektiven Effekt. Die Substanz wirke wie ein Antioxidans, weil es die Ferritin-Synthese stimuliere und so potentiell toxische Eisenionen abfange.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »