Ärzte Zeitung, 21.01.2004

Leitlinien zur Reanimation werden aktualisiert

Neue internationale Empfehlungen vorgestellt / Deutsche Version für dieses Jahr angekündigt

KÖLN (ner). Neue internationale Leitlinien zur Reanimation sind beim Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer (BÄK) in Köln vorgestellt worden. Die entsprechenden deutschen Empfehlungen will die BÄK noch in diesem Jahr in gedruckter Form vorlegen.

Nach Angaben von Professor Jürgen Schüttler aus Erlangen wird bei der kardiopulmonalen Reanimation Erwachsener jetzt generell ein Verhältnis von Thoraxkompression zu Beatmung von 15:2 empfohlen, egal ob ein, zwei oder mehr Helfer beteiligt sind.

Bisher galt zum Beispiel bei zwei Helfern ein Verhältnis von 5:1. Nach Intubation beträgt das Verhältnis 5:1, wobei die Kompression nicht unterbrochen zu werden braucht. "Es macht nichts, wenn Beatmung und Kompression zur gleichen Zeit erfolgen", so Schüttler. Bei Kindern unter acht Jahren sollte das Verhältnis von Kompression zu Beatmung 5:1 betragen, bei Neugeborenen 3:1.

Anstatt der Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung soll möglichst eine Maskenbeatmung angestrebt werden, weil dann zusätzlich Sauerstoff zugeführt werden kann.

Mit dem Ambubeutel sei ein Beatmungsvolumen von etwa einem halben Liter pro Hub ausreichend, wird mit Raumluft beatmet, sollten es 700 bis 1000 Milliliter sein. Die Atemfrequenz sollte bei 10 bis 12 pro Minute liegen. Wegen der Gefahr der Luftinsufflation in den Magen und damit der Regurgitation und Aspiration wird bei Maskenbeatmung der Sellick-Handgriff (Druck auf das Cricoid) empfohlen.

Bei der Maskenbeatmung sollten Ungeübte möglichst zu zweit arbeiten - ein Helfer hält die Maske, einer beatmet. Weiter gibt es Detailänderungen zur Schulung in Erste-Hilfe-Kursen zur Pulskontrolle und zur Ermittlung des Thoraxkompressions-Druckpunktes.

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