Ärzte Zeitung, 29.10.2004
 

Initiative klärt Frauen über Herzinfarktrisiko auf

Zusammenschluß von Hausärzten, Kardiologen, Sport- und Ernährungsmedizinern / Förderung der Prävention

MÜNCHEN (sto). Mit dem Ziel, Frauen über ihr besonderes Herzinfarkt-Risiko aufzuklären, wurde jetzt die Initiative Frauenherz gegründet. Der Zusammenschluß von Hausärzten, Kardiologen sowie Sport- und Ernährungsmedizinern soll helfen, das Bewußtsein für die speziellen Risiken und Symptome des Herzinfarktes bei Frauen zu schärfen.

Stechender Schmerz im Brustkorb - bei jeder zweiten Frau mit Herzinfarkt fehlt das "Lehrbuchsymptom". Foto: Initiative Frauenherz

Die Initiative wolle vor allem die Prävention fördern sowie Diagnose und Therapie des Herzinfarkts bei Frauen verbessern, erklärte die Kardiologin Privatdozentin Dr. Verena Stangl von der Charité in Berlin bei einem Pressegespräch in München, bei dem die Initiative vorgestellt wurde. Langfristig wolle die Initiative, die von dem Unternehmen Orthomol unterstützt wird, dazu beitragen, die Morbidität und Sterblichkeit von Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Offenbar haben Diabetes, erhöhte Triglyzeridspiegel, erniedrigte HDL-Werte und eine positive Familienanamnese bei Frauen eine größere Bedeutung für das kardiovaskuläre Risiko, berichtete Stangl im Zusammenhang mit den geschlechtsspezifischen Unterschieden beim Herzinfarkt. Dagegen scheinen arterielle Hypertonie sowie Gesamt- und LDL-Cholesterin weniger bedeutsam zu sein.

Nach einer Emnid-Umfrage sei Frauen noch zu wenig bewußt, daß sich viele Risikofaktoren für den Herzinfarkt bei ihnen viel stärker auswirken als bei Männern, berichtete Professor Bernd Tischer vom Umfrageinstitut TNS Emnid Healthcare. Vor allem, daß Diabetes ein besonders großer Risikofaktor bei Frauen ist, sei zu wenig bekannt.

Wenige Frauen kennen Diabetes als Risikofaktor.      
   

Durch Vermeiden von Übergewicht und Rauchen, durch regelmäßige körperliche Aktivitäten und ausgewogene Ernährung könnten bis zu 90 Prozent aller Herzinfarkte vermieden werden, so der Kardiologe Professor Alois Sellmayer von der Uni München. Eine herzgesunde Ernährung zeichne sich vor allem durch eine mediterrane Kost mit ungesättigten pflanzlichen Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren sowie durch eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen aus.

Weitere Informationen zur Initiative: www.frauenherz.info

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »