Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 04.03.2005

Neue Studien mit Clopidogrel

Nutzen bei frischem ST-Hebungsinfarkt wird evaluiert

MÜNCHEN (sto). Daß die frühe Reperfusion nach einem ST-Hebungsinfarkt in den vergangenen Jahren die Sterberate erheblich gesenkt hat, ist unbestritten. Doch noch immer sterben etwa zehn Prozent der Herzinfarkt-Patienten, die die Klinik erreichen, im ersten Folgemonat.

In zwei großen Studien mit über 48 000 Patienten, deren Ergebnisse in den nächsten Tagen bei der Jahrestagung des American College of Cardiology in Orlando vorgestellt werden, wurden daher Effektivität und Sicherheit der Kombination von ASS und Clopidogrel beim frischen Herzinfarkt untersucht, wie Privatdozent Dr. Uwe Zeymer vom Herzzentrum Ludwigshafen bei einer Pressekonferenz von Bristol-Myers Squibb in München berichtete.

Die Datenbanken wurden Ende Januar geschlossen. "Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden wir wissen, ob Clopidogrel zum Standard bei allen Herzinfarktpatienten, ob mit oder ohne Reperfusionstherapie, gehören wird", sagte Zeymer.

In der doppelblinden, randomisierten CLARITY-Studie (Clopidogrel as Adjunctive Reperfusion Therapy) wurde die Verwendung von Clopidogrel als Begleittherapie zur Fibrinolyse bei 3500 Patienten mit ST-Hebungsinfarkt geprüft. Die Hypothese ist, daß Clopidogrel (vom Unternehmen als Iscover® angeboten) zusätzlich zum Standard einschließlich ASS bei Herzinfarktpatienten, die eine Fibrinolysee erhalten, einen stärkeren Nutzen hat als der Standard.

In der COMMIT-Studie (Clopidogrel and Metoprolol in Myocardial Infarction Trial) seien auch Patien-ten aufgenommen worden, die keine Reperfusionstherapie erhalten hatten, sowie Patienten nach einer primären PTCA, berichtete Zeymer.

In der doppelblinden, randomisierten Studie, an der etwa 45 000 Patienten mit Verdacht auf einen frischen Herzinfarkt in etwa 1500 Zentren beteiligt waren, erhielten die Studienteilnehmer zusätzlich zur Standardtherapie einschließlich ASS entweder Placebo, Clopidogrel, Metoprolol oder Clopidogrel plus Metoprolol.

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