Ärzte Zeitung, 09.03.2005

Beugt Pioglitazon nach Angioplastie Restenosen vor?

Studie mit 50 Patienten

ORLANDO (ob). Kann das orale Antidiabetikum Pioglitazon womöglich die Restenose-Bildung in Herzkranzgefäßen nach Koronarangioplastie verhindern? Neue Studienergebnisse einer deutschen Forschergruppe deuten zumindest die Möglichkeit an. Doch bis zur endgültigen Klärung dieser Frage ist noch viel Forscherarbeit nötig.

Mit dem Problem, wie sich die Wiederverengung nach erfolgreicher Aufdehnung verengter Koronargefäße medikamentös verhindern läßt, haben sich die Kardiologen in der Vergangenheit lange herumgeplagt. In unzähligen hoffnungsvoll gestarteten Studien sind immer wieder neue Substanzen auf ihre Restenose-hemmende Wirkung getestet worden - mit enttäuschenden Ergebnissen.

Jetzt haben Glitazone wie Pioglitazon oder Rosiglitazon das Interesse einer Ulmer Forschergruppe geweckt. In experimentellen Studien zeigten diese oralen Antidiabetika antiatherogene Wirkeigenschaften, berichtete Dr. Nikolaus Marx in Orlando. Bei Typ-2-Diabetikern verringerten sie nach perkutaner Koronar-intervention die Restenose-Bildung. Unklar ist jedoch, ob es sich dabei um eine Folge der verbesserten Stoffwechseleinstellung oder um einen direkten Effekt auf das neointimale Gewebswachstum handelt.

Marx und Mitarbeiter haben deshalb die Wirkung von Pioglitazon (30 mg/Tag) in einer placebokontrollierten Studie bei 50 Nichtdiabetikern mit KHK nach koronarer Stentimplantation untersucht. Metabolische Parameter wie Blutzucker oder Lipidspiegel wurden bei ihnen durch diese Behandlung nicht verändert.

Nach sechs Monaten haben die Forscher mit Hilfe des intravasalen Ultraschalls die Situation im Stent direkt begutachtet. Festgestellt wurde, daß das Neointima-Volumen in der Pioglitazon-Gruppe signifikant geringer war als in der Placebo-Gruppe, was sich auch in einer signifikant niedrigeren Restenose-Rate widerspiegelte. Der Sache sollte nun in größeren Studien auf den Grund gegangen werden, sagte Marx.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Stammzelltherapie stoppt aggressive MS

Je früher, desto wirksamer – auch bei der autologen Stammzelltransplantation: Die Aktivität der Multiplen Sklerose lässt sich wohl komplett unterbinden, wenn die Methode als First-line-Therapie eingesetzt wird. mehr »