Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 12.07.2005

Nutzen von Statinen unter Alltagsbedingungen bestätigt

Kohortenstudie mit 5000 Herzinfarkt-Patienten / Medikamente reduzieren Gesamtsterblichkeit und Rate von Rezidivinfarkten deutlich

DUNDEE (ner). Auch unter Alltagsbedingungen haben sich Statine zur Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt als effektiv erwiesen. In einer schottischen Kohortenstudie war die Gesamtsterberate bei behandelten Patienten um ein Drittel geringer im Vergleich zu nicht behandelten Patienten.

Die Rate von Rezidivinfarkten war bei Therapie mit Statinen um 18 Prozent geringer als ohne Statine. Foto: imago

Das berichten Professor Thomas M. MacDonald vom Ninewells Hospital in Dundee in Schottland und seine Kollegen im "British Medical Journal" (330, 2005, 821).

Sie hatten bei knapp 5000 Herzinfarkt-Patienten, die zwischen 1993 und 2001 aus Krankenhäusern der Region Tayside entlassen worden waren, die Gesamtsterberate und die Rate kardiovaskulärer Ereignisse bestimmt.

Die Hälfte der Patienten hatte mehrere Jahre lang Statine eingenommen, bei 80 Prozent davon handelte es sich um Simvastatin. In der Statin-Gruppe starben 319 Patienten, das sind altersadaptiert vier pro 100 Patientenjahre. In der Kontrollgruppe ohne Statin-Therapie starben dagegen 1200 Patienten (altersadaptiert 12,7 pro 100 Patientenjahre).

In der Statingruppe gab es ein Drittel weniger Todesfälle

Dies entspreche einer um 31 Prozent geringeren Gesamtmortalitätsrate, so MacDonald und seine Mitarbeiter. Die Zahl rezidivierender Herzinfarkte sowie der kardiovaskulären Todesfälle war in der Stationgruppe um 18 Prozent geringer. Auch für andere empfohlene Medikamente nach Myokardinfarkt wie Plättchenhemmern, Betablockern, Nitraten, Kalziumantagonisten und ACE-Hemmern wurden unabhängige positive prognostische Effekte nachgewiesen.

Durchschnittsalter war höher als in Zulassungsstudien

Gewöhnlich fallen Therapieeffekte in Beobachtungsstudien geringer aus als in klinischen Zulassungsstudien. Das hat verschiedene methodische Gründe. So repräsentieren Studienpopulationen in klinischen Studien aufgrund strenger Ein- und Ausschlußkriterien nur einen Ausschnitt der für die Behandlung in Frage kommenden Patienten.

Die schottischen Kollegen betonen, daß in ihrer Beobachtungsstudie das Durchschnittsalter mit 68 Jahren höher war als in klinischen Studien ebenso wie der Frauenanteil (40 Prozent).

Ihre Schlußfolgerung: "Die positiven Effekte von Statinen gelten für alle Patienten mit koronarer Herzkrankheit, einschließlich alter Patienten und Frauen."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »