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Ärzte Zeitung, 07.09.2005

Clopidogrel schon vor der Koronar-Intervention!

PTCA und Stenting / Vorbehandlung mit Thrombozyten-Funktionshemmer verhindert kardiovaskuläre Ereignisse

STOCKHOLM (otc). Bekommen Patienten vor einer perkutanen Koronar-Intervention (PCI) eine Clopidogrel-Therapie, kann dies das Risiko für Komplikationen deutlich verringern. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie, die auf dem Europäischen Kardiologen-Kongreß in Stockholm vorgestellt wurde. Ihr Name: PCI-CLARITY.

Weltweit erhalten jedes Jahr nach Schätzungen mehr als zwei Millionen Patienten eine PCI, sagte Dr. Marc S. Sabatine auf einer Veranstaltung beim Kongreß. Dies umfasse die perkutane transluminale Angioplastie (PTCA) wie auch das Stenting, so der Kardiologe von der Harvard-Universität in Boston.

Bisher kontrovers diskutiert werde dabei der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Clopidogrel. Daher wurde in PCI-CLARITY (Clopidogrel as Adjunctive Reperfusion Therapy) der Nutzen einer zwei bis acht Tage vor einer PCI gestarteten Clopidogrel-Therapie überprüft.

Bewertet wurden dafür Daten von 1863 Patienten nach ST-Hebungs-Herzinfarkt und mit bevorstehender PCI. Die Patienten hatten Fibrinolytika und ASS erhalten; per Zufallsauswahl hatten 933 zusätzlich Clopidogrel bekommen (300 mg Startdosis, dann 75 mg einmal täglich), 930 Placebo. Primärer Endpunkt waren kardiovaskulärer Tod, Re-Infarkt oder Apoplexie vom Zeitpunkt der PCI bis 30 Tage danach.

Bei den mit Clopidogrel vorbehandelten Patienten sei es nach der PCI zu 34 Ereignissen (3,6 Prozent), unter Placebo zu 58 Ereignissen (6,2 Prozent) gekommen, berichtete Sabatine bei der Veranstaltung von Sanofi-Aventis und Bristol Myers-Squibb, die Clopidogrel als Plavix® und als Iscover® anbieten.

Dieser Unterschied war signifikant und bedeutete eine relative Minderung des Risikos um 46 Prozent. Zudem gab es auch vor der PCI mit Clopidogrel signifikant weniger Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall (37 Ereignisse) im Vergleich zu Placebo (58 Ereignisse).

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