Ärzte Zeitung, 25.11.2005

Studie zur Langzeittherapie mit Clopidogrel

Ergebnisse für 2006 erwartet

STOCKHOLM (grue). Patienten mit akutem Koronarsyndrom können mit Clopidogrel und ASS vor neuen atherothrombotischen Ereignissen geschützt werden. Als Behandlungsdauer werden neun bis zwölf Monate empfohlen. Ob eine noch längere Therapie nützlich ist, wird derzeit in der CHARISMA-Studie geprüft.

An der noch laufenden Studie nehmen 15 603 Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko teil, die zu 78 Prozent bereits symptomatisch sind. Sie haben zu 37 Prozent koronare, zu 28 Prozent zerebrovaskuläre und zu 18 Prozent peripher-arterielle Erkrankungen. Bei den übrigen Patienten sind verschiedene Risikofaktoren oder frühere ischämische Ereignisse dokumentiert.

"In der CHARISMA-Studie ist damit das komplette Spektrum an kardiovaskulären Risikopatienten vertreten", sagte Professor Keith Fox von der Universität Edinburgh auf einer Veranstaltung der Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Sanofi-Aventis in Stockholm. Alle Patienten bekommen in der Studie 75 bis 162 mg ASS täglich und entweder Clopidogrel (Iscover®, Plavix®) oder Placebo.

Der Therapievergleich endet nach drei Jahren oder wenn bei 1040 Patienten der primäre Endpunkt ermittelt wurde, die kombinierte Rate aus vaskulärem Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall. "Wir erwarten die Studienergebnisse im nächsten Jahr und werden dann wissen, welchen Nutzen die Langzeitprävention hat", sagte Fox.

Daß die Strategie aufgehen könnte, lassen Ergebnisse der CREDO-Studie vermuten. In diese bereits beendete Studie wurden KHK-Patienten nach Koronarintervention aufgenommen, die für ein Jahr mit Clopidrogrel und ASS präventiv behandelt wurden.

Unter der Kombination gab es 27 Prozent weniger kardiale oder zerebrovaskuläre Ereignisse als in der Kontrollgruppe, in der anfangs vier Wochen kombiniert, dann aber mit ASS plus Placebo behandelt wurde. Unter Clopidogrel war das Blutungsrisiko nicht erhöht, sagte Fox, "auch nicht bei Patienten, die zusätzlich GPIIb/IIIa-Rezeptorblocker erhalten haben". Es biete sich daher an, die als sicher erkannte Therapie nun auch für die Langzeitprävention zu prüfen.

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