Ärzte Zeitung, 14.10.2005

Bei Herzinfarkt wird immer besser behandelt

Therapie mit Aldosteronantagonisten kann die Sterberate in den ersten 30 Tagen weiter senken

DRESDEN (gvg). Immer weniger Patienten mit Myokardinfarkt sterben in der Klinik. Eine möglichst frühe Behandlung mit Aldosteronantagonisten könnte die Quote noch weiter senken.

"Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich die Akuttherapie von Patienten mit akutem Myokardinfarkt in Deutschland stark verbessert", sagte Professor Christian Hamm aus Bad Nauheim auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Dresden.

Registerdaten aus den beiden Infarktregistern MIR und MITRA zeigten, daß die Krankenhaussterblichkeit, die 1994/1995 in Deutschland noch bei 16,2 Prozent lag, stark sinkt. Im Jahr 2000 lag sie bereits bei 13,3 Prozent. Mittlerweile sind es etwa zehn Prozent, wie Hamm auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer berichtet hat.

Ursache hierfür ist nach Angaben von Hamm vor allem die zunehmende Verbreitung von Herzkatheterlabors, die Infarktpatienten rund um die Uhr einer Sofortintervention unterziehen können, um die betroffenen Gefäßabschnitte zu revaskularisieren.

Auch Behandlungsleitlinien würden heute besser umgesetzt. Mittlerweile erhalte der "Durchschnittspatient" drei der vier empfohlenen Therapiebausteine (Rekanalisation, Betablocker, ASS, ACE-Hemmer), im Vergleich zu 2,5 noch 1997.

Trotzdem, bei einer Klinikmortalität von zehn Prozent könne sich noch niemand ausruhen, so Hamm. Hoffnungen setzt er in eine noch junge Therapieoption, nämlich die möglichst frühe Behandlung mit Aldosteronantagonisten.

Eine neue Auswertung der Ephesus-Studie (Eplerenon in Patients with Heart Failure and Left Ventricular Systolic Dysfunction) hat jetzt ergeben, daß der Nutzen von Eplerenon (Inspra®) in den ersten 30 Tagen besonders groß ist.

Hier werde vor allem der plötzliche Herztod verhindert, was auf im Mittel höhere Kaliumwerte zurückgeführt werden könne, so Hamm in Dresden. Ein breiter Einsatz dieses Prinzips könnte die Kliniksterblichkeit weiter senken, so die Hoffnung des Kardiologen.

Topics
Schlagworte
KHK / Herzinfarkt (2027)
Organisationen
Pfizer (1373)
Krankheiten
Herzinfarkt (2854)
Wirkstoffe
Eplerenon (46)
Personen
Christian Hamm (32)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Bei der Gründung eines Ärztezentrums kann es zugehen wie bei "Dallas"

Neid und Missgunst haben schon manche Versuche torpediert, in der Provinz ein Ärztezentrum zu etablieren. Ärzte in Schleswig-Holstein berichten, wie man verhindert, dass Kirchturmdenken siegt. mehr »

Macht Kaffee impotent?

Kaffee werden günstige Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Eine Studie hat untersucht, was das belebende Getränk für Männer – und besonders deren Potenz – bedeutet. mehr »