Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 16.11.2005

Plädoyer für Clopidogrel als Teil der frühen Therapie bei Myokardinfarkt

Mehrere Studien belegen den Nutzen des Plättchenhemmers schon kurz nach Infarkt

DALLAS (ner). Patienten mit ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) sollten früh mit Clopidogrel behandelt werden, hieß es beim Kongreß der American Heart Association (AHA) in Dallas, Texas. Dies gilt sowohl für Patienten, die sich einer Thrombolyse unterziehen oder konventionell medizinisch behandelt werden als auch vor und/oder nach Herzkatheter-Eingriffen.

Prof. Christopher Cannon: Die Anwendung von Clopidogrel bei Infarkt birgt kein erhöhtes Blutungsrisiko. Foto: gwa

Grund für diese Forderung sind zwei Studien mit insgesamt etwa 50 000 Herzinfarkt-Patienten. STEMI-Patienten, die nach der Fibrinolyse auf Clopidogrel eingestellt wurden, hätten im Vergleich zur Standardtherapie (Placebo) eine um 20 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 30 Tagen zu sterben, einen Re-Infarkt zu erleiden oder sich einer Revaskularisation unterziehen zu müssen, sagte Professor Christopher Cannon aus Boston, Massachusetts, mit Verweis auf die CLARITY-TIMI-28-Studie mit 3500 Teilnehmern. In dieser Studie war Clopidogrel innerhalb von zwölf Stunden gegeben worden (Am Heart J 149, 2005, 227).

In der COMMIT/CCS-2-Studie mit fast 46 000 STEMI-Patienten und einem Zeitfenster von 24 Stunden für die Clopidogrel-Therapie war die Mortalitätsrate unter dem Plättchenhemmer um sieben Prozent niedriger als unter Placebo, so Cannon bei dem von Sanofi-Aventis und Bristol Myers-Squibb unterstützten Satellitensymposium.

Die Unternehmen bieten Clopidogrel als Plavix® und als Iscover® an. Der kombinierte Zielparameter Tod, Re-Infarkt oder Apoplexie wurde mit Placebo von 10,1 Prozent, mit Verum von 9,3 Prozent erreicht (Lancet 366, 2005, 1607).

Schließlich war in PCI-CLARITY der Nutzen von Clopidogrel vor und/oder nach Katheter-Intervention geprüft worden. Die Therapie brachte eine Risikoreduktion für kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall um etwa 40 Prozent im Vergleich zur Standardtherapie.

Die Aufnahme von Clopidogrel in das Management bei STEMI sei eine effektive und einfache Maßnahme, die zudem nicht mit erhöhtem Blutungsrisiko einhergehe, so Cannon.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »