Ärzte Zeitung, 07.03.2006

Kein Erfolg mit Zellaktivierung bei Herzinfarkt

MÜNCHEN (mut). Durch die künstliche Aktivierung von Stammzellen lassen sich die Folgen eines Herzinfarkts nicht wesentlich lindern. Das haben Forscher vom Klinikum rechts der Isar in München herausgefunden.

Frühere Studien hatten ergeben, daß nach einem Herzinfarkt Stammzellen im Knochenmark mobilisiert werden, die die linksventrikuläre Funktion verbessern. Die Forscher wollten nun schauen, ob sich der Effekt durch eine zusätzliche, künstliche Aktivierung der Stammzellen verstärken läßt.

In einer Studie mit 114 Herzinfarkt-Patienten erhielten die Patienten entweder subkutan fünf Tage lang täglich 10 µg pro kg Körpergewicht der Substanz G-CSF (Granulozyten Kolonie-stimulierender Faktor) oder Placebo. G-CSF ist ein wirkungsvolles Stimulans für Knochenmark-Stammzellen.

Nach vier bis sechs Monaten waren in beiden Gruppen die Reduktion der Infarktgröße und die Verbesserung der linksventrikulären Auswurffraktion ähnlich stark ausgeprägt (JAMA 295, 2006, 1003).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »