Ärzte Zeitung, 10.09.2007

"Beim akuten Koronarsyndrom sofort Clopidogrel!"

WIEN (Rö). Beim akuten Koronarsyndrom ist nach den neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) Clopidogrel zusätzlich zu ASS ein Muss. Nach Sicherung der Diagnose sollte sofort mit einer dualen Plättchenhemmung begonnen werden.

Daran hat Dr. Hector Bueno vom Universitätshospital Madrid in Spanien beim Kardiologen-Kongress in Wien erinnert. Die Empfehlung der ESC beruht auf Daten aus Studien, die beim Koronarsyndrom einen Überlebensvorteil bei früher dualer Plättchenhemmung mit Clopidogrel und ASS belegen. Dies hat der Kardiologe bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb und Sanofi-Aventis berichtet.

Wichtig ist dabei nach den Leitli- nien, dass die plättchenhemmende Therapie unmittelbar nach der Diagnose begonnen wird. Als Anfangs- dosis werden 300 mg Clopidogrel (Iscover®, Plavix®) empfohlen. Wird bei den Patienten eine PTCA geplant, ist zu erwägen, die Dosis auf 600 mg zu verdoppeln. Nach dieser Anfangsdosis sind dann täglich 75 mg Clopidogrel zusammen mit 75 bis 100 mg ASS angeraten.

Die Behandlung von Patienten mit Clopidogrel vor einer Angiographie resultiert in einer besseren Prognose nach der PTCA. Später sollte dann ein Fehler vermieden werden, der immer noch vorkommt, nämlich dass die duale Plättchenhemmung nicht für zwölf Monate fortgesetzt wird, sagte Bueno. Diese Langzeittherapie ist ratsam, außer es kommt zu einem hohen Blutungsrisiko. Denn das vorzeitige Absetzen von ASS oder Clopidogrel oder beiden war nach den Daten aus den Studien mit einer erhöhten Rate kardiovaskulärer Ereignisse verbunden.

Die neuen Leitlinien findet man im Internet unter der Adresse: www.escardio.org

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Bei der Gründung eines Ärztezentrums kann es zugehen wie bei "Dallas"

Neid und Missgunst haben schon manche Versuche torpediert, in der Provinz ein Ärztezentrum zu etablieren. Ärzte in Schleswig-Holstein berichten, wie man verhindert, dass Kirchturmdenken siegt. mehr »

Macht Kaffee impotent?

Kaffee werden günstige Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Eine Studie hat untersucht, was das belebende Getränk für Männer – und besonders deren Potenz – bedeutet. mehr »