Ärzte Zeitung, 07.05.2008

Folsäure nützt nicht bei hohem Gefäßrisiko

BOSTON (hub). Die Therapie mit Folsäure und B-Vitaminen hat bei Patienten mit hohen kardiovaskulären Risiken keinen zusätzlichen Nutzen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, in der fast 800 Frauen über 7,3 Jahre entweder eine Folsäure-B6-B12-Vitamin-Kombination oder Placebo erhielten (JAMA 299, 2008, 2027). Alle Frauen hatten bereits ein kardiovaskuläres (CV) Ereignis oder wiesen mindestens drei CV-Risikofaktoren auf.

Zwar waren bei den Frauen in der Verumgruppe die Homocysteinspiegel knapp 20 Prozent niedriger als in der Placebo-Gruppe, in Bezug auf den Endpunkt kardiovaskuläre Ereignisse gab es aber keine Unterschiede: Hier lag die Rate mit Supplementierung bei 227 pro 10 000 Patientenjahre (PJ), mit Placebo bei 219. Auch bei Herzinfarkten (35 versus 40 pro 10 000 PJ) und bei Schlaganfällen (42 versus 37 pro 10 000 PJ) gab es keine signifikanten Unterschiede.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »