Ärzte Zeitung online, 04.08.2008

Vitamin D nutzt mehr als nur den Knochen

GRAZ (hub). Vitamin D scheint für mehr als nur die Kalziumaufnahme wichtig zu sein: In einer Studie war ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskulären Tod.

 Vitamin D nutzt mehr als nur den Knochen

Foto: sebastian kaulitzki©www.fotolia.de

In der prospektiven Kohortenstudie wurden fast 3300 im Mittel 62-jährige Männer und Frauen über fast acht Jahre beobachtet (Arch Int Med 168, 2008, 1340). In dem Zeitraum starben 737 Patienten, davon 463 durch kardiovaskuläre Ereignisse. Die Patienten wurden nach dem Serumgehalt an 25-Hydroxyvitamin D in vier Quartilen eingeteilt.

Die Ergebnisse: Patienten des Quartils mit der niedrigsten Vitamin-D-Konzentration hatten eine doppelt so hohe Sterberate im Studienzeitraum wie jene mit der höchsten. Die kardiovaskulär bedingte Sterberate war sogar um den Faktor 2,2 höher. Auch bei Patienten in der Quartile mit den zweitniedrigsten Werten war die Sterberate erhöht, und zwar um den Faktor 1,5, die kardiovaskuläre bedingte Sterberate um den Faktor 1,8.

Die Ergebnisse bestätigten frühere Befunde, nach denen Vitamin D positiv wirke auf Fibrinolyse, Thrombogenität, endotheliale Regeneration, Blutfette und das Wachstum glatter Muskelzellen, so die Autoren. Etwa zwei Drittel der Studienteilnehmer hatten Vitamin-D-Werte von unter 20 ng/ml. Als Zielwert würden Konzentrationen von 20 bis 30 ng/ml angestrebt, so die Autoren von der Uni Graz und ihre Kollegen.

Niedrige Vitamin-D-Werte korrelieren auch mit Entzündungsmarkern wie CRP und Interleukin-6. Deshalb wird unter Rheumatologen diskutiert, etwa Patienten mit Rheumatoider Arthritis generell zu einer Vitamin-D-Substitution zu raten.

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