Ärzte Zeitung online, 31.10.2008

Bei der Umstellung auf die Sommerzeit steigt das Risiko für Herzinfarkte

Stockholm (ars). In der Woche nach der Umstellung auf die Sommerzeit steigt das Herzinfarktrisiko. Nach dem Wechsel auf die Winterzeit sinkt es vorübergehend, ohne den Frühjahrseffekt wettzumachen.

Nach der verkürzten Nacht liegt die Inzidenz von Herzinfarkten in der darauf folgenden Woche um fünf Prozent höher als an Vergleichstagen. In den ersten drei Tagen nach der Umstellung ist der Effekt statistisch signifikant, Frauen sind anfälliger als Männer.

Das entnehmen Forscher aus Stockholm einem schwedischen Register, in dem seit 1987 landesweit alle Daten zu Infarkten gesammelt werden (NEJM 359, 2008, 1966).

Umgekehrt wirkt sich der Wechsel im Herbst aus: In der ersten Woche danach geht die Häufigkeit der kardialen Ereignisse zurück – doch nur um 1,1 Prozent, statistische Signifikanz erreicht dieser positive Effekt nur am Montag. Bei Frauen ist er wiederum schwächer ausgeprägt als bei Männern. Weiterhin wirken sich Frühjahrs- und Herbstumstellung auf Menschen unter 65 deutlicher aus als auf ältere.

Als Ursache vermuten die Autoren Schlafmangel und folgern, dass der Anstieg der Herzinfarkt-Häufigkeit generell an Montagen nicht allein durch den mentalen Stress des ersten Werktages ausgelöst wird, sondern auch durch die Änderung des Biorhythmus nach dem Ausschlafen am Wochenende. Bettzeiten durchgängig einzuhalten könne daher zur Prävention beitragen.

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