Ärzte Zeitung online, 28.01.2009

Kommentar

Nein zum Feinstaub aus Zigaretten!

Von Heinz Dieter Rödder

Nur einmal angenommen: Bei einem großen internationalen Herz-Kongress wird eine neue medikamentöse Therapie vorgestellt, die die Herzinfarktrate nach Beginn der Therapie in 18 Monaten um fast ein Drittel, nach weiteren 18 Monaten um fast ein weiteres Fünftel senkt...

Diese Nachricht würde für einen völlig überfüllten Saal sorgen. Es wäre die Top-Meldung in den Abendnachrichten im Fernsehen. Großen Tageszeitungen würde es ein Seite-1-Thema wert sein. Und internationale Wirtschaftszeitungen würden Dreispalter zu den Erwartungen für das Unternehmen bringen, das die Substanz auf den Markt bringen will. Eine Sensation eben.

Genau den Effekt hat die Einführung eines Rauchverbotes an Arbeitsplätzen und öffentlichen Orten, wie jetzt in einer Studie in der renommierten US-Zeitschrift der Center for Disease Control und Prevention belegt worden ist.

Und die Reaktion? Sie bleibt aus. Genauso wie sie bei sieben Studien ausgeblieben ist, die bereits ebenfalls eine Verminderung der Herzinfarktrate um ein Fünftel nach Einführung von Rauchverboten belegt hat. Was tun wir in Deutschland beim Nichtraucherschutz? Wir rudern gerade zurück, frei nach dem alten Spruch: "Es ist verboten zu verbieten" oder auch in Abwandlung eines anderen: "Freier Rauch für freie Bürger".

Wie kümmern uns viel um Feinstaub auf den Straßen, wo bleibt der Schutz vor Feinstaub in den Räumen?

Lesen Sie dazu auch:
Rauchverbote sind sehr wirksam gegen Herzinfarkt

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