Ärzte Zeitung online, 02.03.2009

Katheteruntersuchungen ohne Strahlenbelastung

AACHEN (eb). Diagnosen und Therapien mit Hilfe eines Katheters könnten künftig ohne die Belastung von Röntgenstrahlen möglich sein. Forscher des Aachener Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das ohne Computertomografie auskommt. Auch Kontrastmittel könnten so der Vergangenheit angehören.

Gemeinsam mit dem Medizintechnikhersteller Philips und der Uniklinik Aachen haben sie einen Führungsdraht aus glasfaserverstärktem Kunststoff entwickelt. Das ermöglicht die Bildgebung mittels Magnetresonanztomografie, auf die strahlenintensive Computertomografie kann verzichtet werden. "Mit metallischen Führungsdrähten sind MRT-Aufnahmen nicht möglich", erklärt der Ingenieur Adrian Schütte. Der Metalldraht wirkt als Antenne und würde sich im MRT zu stark erwärmen. "Die Gefäße werden beschädigt, Eiweiße können gerinnen."

Eine Magnetresonanztomografie hat allerdings viele Vorteile. Es entsteht keine ionisierende Strahlung und die Weichteile sind gut zu sehen, Kontrastmittel werden somit überflüssig.

Für die Herstellung der zwei Meter langen Führungsdrähte verwenden die Ingenieure ein standardisiertes Verfahren. Damit können Endlosprofile aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt werden. Bei den Führungsdrähten sind Durchmesser von einem halben Millimeter und kleiner gefragt. Das sei bisher das absolute Minimum, erklärt Schütte.

Die neuen Drähte wollen die Forscher auf der Messe JEC in Paris vorstellen. In den nächsten Monaten sollen sie erstmals in Kliniken eingesetzt werden.

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