Ärzte Zeitung online, 28.08.2009

Bluttest für schnelle Diagnose bei Herzinfarkt

BASEL/HAMBURG (dpa). Eine Herzinfarkt-Diagnose soll künftig nur noch eine Dreiviertelstunde statt rund sechs Stunden dauern. Forscher des Universitätsspitals Basel (USB) haben dafür einen neuen Bluttest entwickelt. Er kann schon sehr geringe Mengen jener Eiweißstoffe aus Herzmuskelzellen nachweisen, die bei Herzinfarkten auftreten.

Somit können die Ärzte sehr viel früher als bisher erkennen, ob ein Patient mit Brustschmerzen tatsächlich einen Infarkt hat, wie das Schweizer Spital am Donnerstag mitteilte. An der Studie unter Leitung von Professor Christian Müller nahmen mehr als 700 Menschen teil.

Eine unabhängige Untersuchung der Universität Mainz hat den Angaben zufolge die Ergebnisse bestätigt. Das neue Verfahren wurde auch im "New England Journal of Medicine" publiziert (NEJM 361, 2009, 868). Laut einem USB- Sprecher könnte es weltweiter Standard werden, weil Herzkliniken es relativ günstig anwenden könnten. An der Studie beteiligt waren unter anderem das Klinikum Nürnberg und das Hospital del Mar in Barcelona.

Die Diagnose bei Herzinfarktes basiert auf drei Bausteinen: der genauen Befragung und Untersuchung des Patienten, der Herzstromkurve (EKG) und Bluttests, die die Bestandteile von geschädigten Herzmuskelzellen (Troponine), nachweisen. Mit den bisher verfügbaren Tests ist laut USB die Schädigung der Herzmuskelzellen erst vier bis sechs Stunden nach Beginn des Infarktes möglich.

Abstract der Studie "Sensitive Troponin I Assay in Early Diagnosis of Acute Myocardial Infarction"

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