Ärzte Zeitung, 24.01.2011

Kommentar

Immer das Positive kommunizieren!

Von Michael Hubert

Gegen vieles gibt es Medikamente. Der Schlüssel zur Gesundheit aber ist das eigene Verhalten. Und dies zu ändern fällt nicht nur Patienten schwer.

Negativ-Kommunikation wie auf Zigarettenschachteln ("Rauchen kann tödlich sein") stößt generell auf taube Ohren. Verbote haben wir schon als Kinder nicht gemocht.

Doch es geht auch anders, mit Lob, mit dem Fokus auf das Positive. Der Slogan "fünf am Tag" zum Obst- und Gemüsekonsum mag für viele unrealistisch erscheinen.

Doch schon drei Portionen - ein Apfel, eine Kiwi, eine Paprika - bringen etwas. Sie senken das Sterberisiko durch KHK. Und wer erst mal drei Portionen geschafft hat, steigert sich vielleicht auf vier und senkt so sein Risiko weiter.

"Du hast einen unmittelbaren Nutzen, wenn du etwas änderst", das ist die Botschaft, die ins Hirn muss. Und dieser Nutzen ist in vielen Studien belegt, gerade erst wieder zu Obst und Gemüse und zum Rauchstopp - das Lipidprofil bessert sich. Dem Tabak zu entsagen hat darüber hinaus vielfältige positive Effekte.

Solange nicht auf den Schachteln steht "Rauchstopp verlängert ihr Leben", muss das in der Patientenansprache immer wieder betont werden - mit dem Fokus auf den Nutzen, aufs Positive.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Obst und Gemüse senken das Sterberisiko durch KHK

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[25.01.2011, 10:07:55]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Die Botschaft hör' ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube!"
Wo bleibt das Positive? Ist ein halbes Glas Wasser halbvoll oder halbleer?
Knackige Botschaften, griffige Slogans, manchmal auch paradoxe Intervention und vor allen Dingen positive visuelle oder haptische Stimulationen bringen etwas.

Doch die Ergebnisse zum Ernährungsverhalten aus der "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Heart" Studie werden von den Autoren als Beobachtungsstudie bezeichnet, sind also nicht randomisiert und prospektiv gewonnen worden. Und mancher, der trotz verzweifeltem Obst- und Gemüseverzehr ein akutes Koronarsyndrom bekommt, wird seinem Hausarzt nicht mehr glauben wollen.

Mit kollegialen Grüßen, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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