Ärzte Zeitung online, 19.07.2011

Herzinfarkt - Verheiratete Männer sind besser dran

TORONTO (ob). Verheiratet zu sein scheint im Falle eines akuten Myokardinfarkts für Männer von Vorteil zu sein: Sie gelangen nach Symptombeginn - vermutlich auf Drängen ihrer besorgten Ehefrau - deutlich schneller in eine Klinik als ihre als Single lebenden Geschlechtsgenossen.

Herzinfarkt - Verheiratete Männer sind besser dran

Glück gehabt: Mit seiner Trauung steigen die Chancen, bei einem Herzinfarkt schneller in die Klinik zu kommen.

© imagebroker / imago

Nach Ansicht kanadischer Forscher könnte die raschere stationäre Versorgung ein Grund für die Beobachtung sein, dass das Mortalitätsrisiko verheirateter Männer mit akutem Herzinfarkt niedriger ist als das von allein lebenden männlichen Infarktpatienten.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Clare Atzema aus Toronto hat in einer Studie bei 4403 Personen mit einem von Brustschmerz begleitetem Myokardinfarkt retrospektiv untersucht, wie viel Zeit jeweils zwischen Symptombeginn und Aufnahme in eine Klinik vergangen war (CMAJ 2011, online).

Differenziert wurde danach, ob diese Personen - ein Drittel waren Frauen - in einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft oder als Single lebten.

Signifikanter Unterschied bei den Männern

Knapp die Hälfte (46,3 Prozent) aller Infarktpatienten erreichte die Klinik innerhalb der ersten zwei Stunden nach Einsetzen der Brustschmerzen.

Innerhalb von sechs Stunden konnte bei rund drei Viertel (73,6 Prozent) die stationäre Akutversorgung eingeleitet werden. Von den Männern und Frauen, die verheiratet waren, gelangten 75,3 Prozent innerhalb dieser Zeitspanne in die Klinik.

Niedriger war der Anteil im Vergleich dazu bei Personen, die als Single lebten (67,9 Prozent) oder geschieden (68,5 Prozent) oder verwitwet (70,8 Prozent) waren.

Die Zeitspanne bis zum Erreichen einer Klinik war bei verheirateten Personen im Schnitt rund 30 Minuten kürzer als bei allein lebenden Personen.

Keine schnellere Einlieferung bei den Frauen

Das Risiko, erst mit einer mehr als sechsstündigen Verspätung in die Notaufnahme zu gelangen, war allerdings nur bei verheirateten Männern im Vergleich zu männlichen Singles statistisch signifikant niedriger.

Bei Frauen war der Ehestatus dagegen in dieser Studie nicht mit einer signifikant rascheren Einlieferung in eine Klinik assoziiert.

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