Ärzte Zeitung online, 30.08.2011

Herzinfarkt: Risikomarker Narbentiefe

BERLIN (dpa). Die Stärke einer Herzmuskelschädigung nach einem Infarkt gibt Aufschluss über das künftige Risiko eines plötzlichen Herztodes.

Das zeigt eine Untersuchung deutscher und niederländischer Forscher an 52 Herzinfarktpatienten (JACC Imaging 2011; 4(8): 871).

"Damit haben wir einen Parameter gefunden, der die Chance bietet, in Zukunft das Risiko für den plötzlichen Herztod vorherzusagen", erklärte Professor Jeanette Schulz-Menger vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) der Charité und dem Helios-Klinikum Berlin-Buch.

Außerdem könnten dadurch unnötige Komplikationen und Kosten vermieden werden, ergänzte Erstautor Dr. Philipp Boyé, ebenfalls vom Helios-Klinikum.

Weil sich schlecht vorhersagen lässt, wer nach einem Infarkt lebensgefährliche Rhythmusstörungen entwickeln wird, erhalten nach Angaben der Experten bislang weitaus mehr Patienten als nötig einen implantierbaren Kardioverter/Defibrillator (ICD).

Nach der Implantation des ICD habe sich gezeigt, dass bedrohliche Rhythmusstörungen eng mit der Ausdehnung der Infarktnarbe im Herzmuskel zusammenhingen, heißt es in der Mitteilung.

Die beste Risikoeinschätzung ließ sich demnach anhand der Tiefe des Narbengewebes im Muskel der Herzwand treffen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »