Ärzte Zeitung online, 11.09.2011

Später Stentverschluss: Geringeres Risiko bei neueren Stent-Typen

PARIS (ob). Das Risiko für gefürchtete späte Stentthrombosen scheint bei Medikamente freisetzenden Koronarstents neueren Typs deutlich geringer zu sein als bei schon länger genutzten Gefäßstützen der ersten Generation.

Darauf lassen neue Studiendaten schließen, die nicht aus randomisierten Vergleichsstudien stammen, sondern unter klinischen Alltagsbedingungen in einer Langzeit-Beobachtungsstudie (Bern-Rotterdam-Kohortenstudie) erhoben worden sind. Dementsprechend waren die Stent-Behandlungen nicht durch studienbedingte Vorgaben eingeschränkt.

In dieser Studie ist die Inzidenz speziell von späten und sehr späten Stentthrombosen bei 12.339 Patienten ermittel worden, die im Zeitraum zwischen 2002 und 2009 einen Drug-eluting Stent (DES) implantiert bekamen.

Primärer Endpunkt waren nach den Kriterien des Academic Research Consortium (ARC) als definitiv klassifizierte Stentthrombosen innerhalb von vier Jahren nach Implantation.

Verglichen wurden Sirolimus- und Paclitaxel-Stents (Cypher und Taxus) als Vertreter der älteren Stentgeneration mit der neuesten Generation der Everolimus freisetzenden Stents (Xience/Promus).

Wie Dr. Lorenz Räber aus Bern beim ESC-Kongress in Paris berichtete, war der Everolimus-Stent mit der niedrigsten Rate an definitiven Stentthrombosen von nur 1,4 Prozent in vier Jahren assoziiert. Mit 2,9 Prozent (Sirolimus-Stent) und 4,4 Prozent (Paclitaxel-Stent) lag diese Rate in den beiden anderen Gruppen deutlich höher.

Wurden nur die sehr späten Stentthrombosen (später als ein Jahr nach Koronarintervention) gezählt, betrug die Rate 0,6 Prozent (Everolimus-Stent), 1,6 Prozent (Sirolimus-Stent) und 2,4 Prozent (Pacltaxel-Stent).

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