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Ärzte Zeitung online, 25.10.2011

Lebt man mit Blutgruppe AB nach Herz-Op länger?

Die Aussichten, nach einer aortokoronaren Bypass-Operation noch lange zu leben, scheinen auch von der Blutgruppe abhängig zu sein. Relativ am günstigsten sind die Perspektiven offenbar für Patienten mit der Blutgruppe AB.

Lebt man mit Blutgruppe AB nach Herzoperationen länger?

Ein Tropfen Blut: Beeinflusst die Blutgruppe wirklich die Überlebensrate nach einer Bypass-Operation?

© photos.com PLUS

CHICAGO (ob). Die Blutgruppe eines Menschen hat langfristig Einfluss auf die Überlebensrate nach koronarer Bypass-Operation.

Zu diesem Ergebnis gelangt eine Gruppe von US-Forschern von der Duke University in Durham in einer kürzlich beim Kongress "Anesthesiology 2011" in Chicago vorgestellten Studie.

Studie mit Daten von 15.000 KHK-Patienten

Grundlage der von Dr. Ian Welsby und seinen Mitarbeitern vorgenommenen Analyse bildeten die Daten von 15.435 KHK-Patienten, die zwischen 1992 und 2009 am Herzzentrum der Duke University zur Revaskularisation einer Bypass-Operation unterzogen worden waren.

Von diesen Patienten hatten drei Prozent die Blutgruppe AB.

Bei Blutgruppe AB ein niedriges relatives Sterberisiko

Innerhalb einer mehr als zehnjährigen Phase der Nachbeobachtung starben 4144 Patienten (26,8 Prozent).

Wie die Aufschlüsselung der Überlebensrate in Abhängigkeit von der Blutgruppe ergab, hatten Patienten mit der Blutgruppe AB ein signifikant um 18 Prozent niedrigeres relatives Sterberisiko als Patienten mit den Blutgruppen A, B oder 0.

Noch gibt es keine gesicherte Erklärung für den protektiven Effekt dieser speziellen Blutgruppe.

Patienten mit Blutgruppe AB erhielten seltener Bluttransfusionen

Eine Hypothese haben Welsby und seine Mitarbeiter aber gleichwohl. Sie beobachteten nämlich, dass Patienten mit der Blutgruppe AB seltener Bluttransfusionen erhalten hatten, was zumindest indirekt auf eine niedrigere Inzidenz von Blutungen hinweisen könnte.

Vorangegangene Studien hatten gezeigt, dass AB-Patienten vergleichsweise hohe Konzentrationen von Gerinnungsfaktor VIII und von Willebrand-Faktor (vWF) im Blut aufweisen.

Deshalb vermuten die US-Forscher, dass bei diesen Patienten die Blutgerinnung relativ gut funktioniert, das Blutungsrisiko dementsprechend geringer und daraus resultierend auch das Sterberisiko niedriger ist.

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